Bitcoin sieht sich quantitativer Bedrohung gegenüber: Bernstein prognostiziert 3-5 Jahre für Anpassungen
Das potenzielle Problem von Bitcoin mit Quantencomputern liegt noch Jahre in der Zukunft. Laut Bernstein könnten jedoch 1,7 Millionen BTC, die in frühen Adresstypen gespeichert sind, besonders gefährdet sein, sollte die Technologie jemals so weit fortschreiten.
Darunter befinden sich schätzungsweise 1,1 Millionen BTC, die Satoshi Nakamoto zugeschrieben werden. Diese wären jedoch nur dann relevant, wenn Quantencomputer stark genug werden, um die heutige Verschlüsselung zu knacken.
Fokus auf ältere Wallets
Bernstein sieht keine unmittelbare Gefahr eines Zusammenbruchs von Bitcoin. Die Analysten des Unternehmens beschreiben das Problem als einen „beherrschbaren Upgrade-Zyklus“ und nicht als ein „existentielles Risiko“. Die Gefahr konzentriert sich auf ältere Wallets und Adressen, die öffentliche Schlüssel wiederverwenden. Neuere Wallet-Praktiken, die die Wiederverwendung von Adressen vermeiden, verringern das Risiko.
Der Bericht unterscheidet auch zwischen Wallet-Risiken und Mining-Risiken. Der SHA-256-Mining-Prozess von Bitcoin wird nicht als bedeutend anfällig für Quantenangriffe angesehen, selbst wenn zukünftige Maschinen stark genug werden, um einige Wallet-Signaturen zu bedrohen.
Besonders gefährdete Adresstypen umfassen laut Bernstein Pay-to-Public-Key, Pay-to-Multisig und Pay-to-Taproot-Formate.
Längere Zeithorizonte als Panik
Das Unternehmen verweist auf jüngste Forschungen von Google als einen Grund, warum die Bedrohung jetzt ernster genommen wird. Diese Arbeiten haben die Ressourcen reduziert, die als notwendig erachtet werden, um moderne Verschlüsselung zu brechen. Bernstein betont jedoch, dass der Bau einer Maschine, die Bitcoin gefährden könnte, aufgrund erheblicher technischer Hürden und hoher Kosten noch Jahre entfernt ist.
Die Schätzung gibt der Kryptoindustrie etwa drei bis fünf Jahre Zeit, um sich auf Sicherheits-Upgrades nach der Quantenära vorzubereiten.
Dieser Zeitrahmen ermöglicht es der Bitcoin-Entwicklergemeinschaft, durch den normalen Upgrade-Prozess zu handeln. Bernstein erwartet, dass Open-Source-Beitragende und Kernentwickler jede Bewegung hin zu quantenresistenten Standards durch Konsens und nicht durch Zwang umsetzen werden.
Der Bericht stützt sich auch auf eine breitere Sichtweise der Branche. Quantenexperten geben im Allgemeinen einen Zeithorizont von 10 Jahren für kryptografisch relevante Quantencomputer an, also Maschinen, die in der Lage sind, die heutige Verschlüsselung zu brechen. Diese Lücke ist ein Grund, warum das Unternehmen argumentiert, dass das Problem real, aber nicht dringend genug ist, um Panik auszulösen.
Was Bitcoin zuerst erwartet
Der Druck lastet derzeit auf alten Beständen, nicht auf dem Netzwerk als Ganzes. Bernstein erklärt, dass das Risiko ungleich verteilt ist, wobei ältere Legacy-Wallets stärker gefährdet sind, da öffentliche Schlüssel bereits on-chain sichtbar sind. Im Gegensatz dazu verringern moderne Wallet-Nutzung und bessere Schlüsselpraktiken die Angriffsgefahr.
Die von Bernstein angegebene ungefähre Zahl von etwa 1,7 Millionen BTC in frühen P2PK-Adressen zeigt, warum das Thema immer wieder aufkommt. Diese Coins wären nicht das erste Ziel eines Quantenangriffs, aber sie sind das klarste Beispiel dafür, was auf dem Spiel stehen könnte, wenn die Hardware schneller voranschreitet als die Reaktion des Netzwerks. Derzeit lautet Bernsteins Botschaft, dass Bitcoin Zeit hat, sich vorzubereiten, aber nicht unbegrenzt viel Zeit.

