ProSiebenSat.1 trotzt Marktturbulenzen: Wachstumsziele trotz schwachem Quartal unberührt
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 zeigt sich robust in turbulenten Zeiten und hält trotz eines schwachen Quartals an seinen Wachstumszielen für das laufende Jahr fest. Optimistisch blickend, erwartet das Unternehmen eine Erholung des TV-Werbemarktes im zweiten Halbjahr.
Unter Berücksichtigung des Verkaufs von Verivox strebt ProSiebenSat.1 weiterhin einen Umsatz von etwa 3,85 Milliarden Euro an, was leicht über den währungsbereinigten Vorjahreswerten liegt. Während das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei rund 520 Millionen Euro gesehen wird, verzeichnete das Unternehmen im Vorjahr auf vergleichbarer Basis noch 527 Millionen Euro.
Analysten stehen diesen Zielen wohlgesonnen gegenüber und beurteilen sie als erreichbar. Trotz eines Umsatzrückgangs im zweiten Quartal um sieben Prozent auf 840 Millionen Euro, war der Rückgang bereinigt um Währungseffekte und Portfoliomaßnahmen lediglich drei Prozent.
Im Verlauf des Quartals fiel der operative Gewinn um erhebliche 40 Prozent auf 55 Millionen Euro, wobei der schwache TV-Werbemarkt und die Dekonsolidierung von Verivox als Gründe gesehen werden. Während der Umsatz stärker als erwartet zurückging, übertraf der operative Gewinn die Prognosen der Analysten.
Begleitend zu den wirtschaftlichen Herausforderungen tobt ein Machtkampf um ProSiebenSat.1 zwischen großen Investoren aus Italien und Tschechien. Die Berlusconi-Familienholding, MediaForEurope (MFE), erhöhte kürzlich ihr Angebot, wobei die Barkomponente von 4,48 Euro unverändert blieb.
Der Wert der Offerte stieg durch die Erhöhung des Aktienanteils auf 8,62 Euro je ProSiebenSat.1-Aktie, obwohl der tatsächliche Wert basierend auf dem aktuellen MFE-Aktienkurs nur 8,12 Euro beträgt. Die tschechische PPF-Investorengruppe ringen ebenfalls um Einfluss, bietet jedoch unverändert 7,00 Euro je Aktie, was vom ProSiebenSat.1-Management als zu niedrig erachtet wird.

