ProSiebenSat.1 trotzt herausforderndem TV-Werbemarkt: Ziele bleiben bestehen
Der Medienkonzern ProSiebenSat.1, im Fokus der Berlusconi-Holding, bleibt trotz eines durchwachsenen zweiten Quartals bei seinen Jahreszielen. Ein spürbarer Aufschwung im TV-Werbegeschäft wird für das zweite Halbjahr erwartet. Der Umsatz soll nach wie vor bei etwa 3,85 Milliarden Euro liegen – ein Anstieg im Vergleich zum bereinigten Vorjahreswert, ohne die inzwischen ausgegliederte Plattform Verivox. Das bereinigte Ebitda wird auf rund 520 Millionen Euro geschätzt, nach 527 Millionen Euro im vergangenen Zeitraum. Die Analysten betrachten diese Vorhersagen als machbar.
Im zweiten Quartal verzeichnete ProSiebenSat.1 einen Umsatzrückgang um sieben Prozent auf 840 Millionen Euro. Währungs- und Portfoliobereinigt beläuft sich der Rückgang auf drei Prozent. Der operative Gewinn fiel um 40 Prozent auf 55 Millionen Euro, was neben dem schwächelnden TV-Werbemarkt hauptsächlich auf die Verivox-Dekonsolidierung zurückzuführen ist.
Die Aktie des Unternehmens verzeichnete leichte Verluste, steht jedoch stark unter dem Einfluss der Angebote von der Berlusconi-Holding und dem tschechischen Investor PPF. Diese beiden Großaktionäre ringen um die Vorherrschaft bei ProSiebenSat.1. MediaForEurope (MFE), das Beteiligungsunternehmen der Berlusconi-Familie, erhöhte am Montag sein Übernahmeangebot. Während die Barkomponente bei 4,48 Euro je Aktie unverändert blieb, bietet MFE jetzt 1,3 eigene Aktien an, statt der ursprünglich geplanten 0,4 Aktien.
Der Wert des Angebots liegt laut MFE bei 8,62 Euro je ProSiebenSat.1-Aktie, basierend auf dem Kurs der MFE-Aktie vor Übernahmegerüchten. Allerdings verzeichnete die MFE-Aktie kürzlich Kursverluste. Die ProSiebenSat.1-Aktie, initiiert durch Übernahmespekulationen, legte im Jahresverlauf über 60 Prozent zu, blieb aber nach Veröffentlichung der Quartalszahlen knapp unter acht Euro. Langfristig hat der Konzern erheblich an Wert eingebüßt, mit einem Kursverlust von nahezu 85 Prozent seit dem Höchststand 2015. Der aktuelle Marktwert beträgt rund 1,9 Milliarden Euro, ähnlich wie der von MFE.
PPF, ein tschechischer Investor, konkurriert ebenfalls um Einfluss und bietet unverändert sieben Euro je Aktie. Dies wurde von ProSiebenSat.1 als zu niedrig bewertet. Vorstandschef Bert Habets lobte die erweiterte MFE-Offerte jedoch als Zeichen eines langfristigen Engagements. Obwohl im Mai noch Ablehnungsempfehlungen ausgesprochen wurden, wird das Management nun die Neuerungen eingehend analysieren. Eine detaillierte Beurteilung wird Anfang nächster Woche folgen.
Angebotsfrist endet am 13. August. MediaForEurope hält derzeit knapp 30,1 Prozent der Stimmrechte von ProSiebenSat.1.

