ProSiebenSat.1: MediaForEurope wagt Übernahmevorstoß
MediaForEurope (MFE), bedeutender Aktionär von ProSiebenSat.1 und Teil des Berlusconi-Imperiums, hat die Details seines Übernahmeangebots für den deutschen Medienkonzern bekanntgegeben. Demzufolge liegt der gesetzliche Mindestpreis bei 5,74 Euro. MFE plant, davon 4,47 Euro in bar zu zahlen und zusätzlich 0,4 neue A-Aktien auszugeben.
Am Donnerstagmorgen reagierte die ProSieben-Aktie auf diese Nachricht mit einem Kursanstieg um ein Prozent auf 5,86 Euro, nachdem sie in der Vorwoche aufgrund der Bekanntgabe eines Angebots zum gesetzlichen Mindestpreis unter Druck geraten war. Zuvor hatte die Aktie einen Höchststand von nahezu 7 Euro verzeichnet. Übernahmen dieser Art gehen oft mit einem Aufschlag auf den Aktienkurs einher, allerdings preist der Markt bereits seit mehreren Monaten eine etwaige Übernahme durch MFE ein, was sich auch im Jahresverlauf in einem Kursplus von über 16 Prozent widerspiegelt.
Experten zeigen sich skeptisch: Daniel Kerven von JPMorgan warnt, dass das Angebot möglicherweise auf wenig Gegenliebe stoßen könnte. Dennoch, so Kerven, sei es wahrscheinlich, dass MFE die 30-Prozent-Schwelle überschreiten wird, was einer 'schleichenden Übernahme' gleichkomme.
Ende März hatte MFE bereits Schritte unternommen, um sich mit einem bestehenden Aktionär von ProSiebenSat.1 auf die Annahme eines Teils seiner Anteile zu einigen. Dadurch wäre MFE in der Lage, nach Abschluss des Übernahmeangebots mehr als ein Drittel des Grundkapitals zu kontrollieren, was sie ohnehin zur Abgabe eines Übernahmeangebots verpflichtet hätte.

