ProSiebenSat.1: Aktienkurs übersteigt Anlegerofferten - Ein Markt im Spannungsfeld
Am Donnerstag sorgte ProSiebenSat.1 für Aufmerksamkeit, als der Aktienkurs des Medienkonzerns die bisher höchste Offerte eines Großaktionärs überflügelte. Nach einem verhaltenen Start stiegen die Aktienwerte im Laufe des Handelstages um bis zu 2,6 Prozent auf 7,19 Euro. Damit verblieben sie über der Marke von 7 Euro, die der Großaktionär PPF kürzlich vorgeschlagen hatte, um seinen Anteil zu verdoppeln. Am Ende des Handelstages erreichte der Kurs 7,12 Euro.
Das Unternehmensmanagement von ProSiebenSat.1 bezieht eine klare Position zu den jüngsten Übernahmeangeboten. Die Offerte des zweiten Großaktionärs MediaForEurope (MFE), die von der Holding der Berlusconi-Familie getragen wird, wird aus finanzieller Sicht als unzureichend eingestuft und daher zur Ablehnung empfohlen. Während MFE mit einem Angebot von 5,75 Euro pro Aktie in einer Mischung aus Bargeld und eigenen Aktien operiert, scheint das deutlich höhere Gebot von PPF auf mehr Zustimmung zu stoßen.
Bereits jetzt zeichnen sich die Konturen eines Machtspiels um Einfluss bei ProSiebenSat.1 ab, in dem Analysten wie Jörg Philipp Frey von Warburg die Offerten in den Vordergrund gerückt sehen. Frey erwartet kein weiteres Überbieten der PPF-Offerte und passt sein Kursziel entsprechend an. Die Aktientransaktionen rund um ProSiebenSat.1 werden somit mit Spannung weiterverfolgt.

