Project Mara ist Geschichte: Ninja Theory setzt alles auf Hellblade 3

Über Jahre hinweg war Project Mara eines der geheimnisvollsten Projekte im Xbox-Portfolio. Kaum Informationen, kein Gameplay, nur große Versprechen. Jetzt soll klar sein: Das ambitionierte Horror-Experiment wird bei Ninja Theory nicht weiter aktiv entwickelt. Stattdessen richtet das Studio seinen kompletten Fokus auf Hellblade 3, das nächste Kapitel rund um Senua. Und es gibt einige Versprechen für die Zukunft.
Die Information stammt von Jez Corden, einem der verlässlichsten Xbox-Insider. Im Xbox Two Podcast (ab 36:20) erklärte er deutlich, dass Project Mara aktuell kein laufendes Spielprojekt sei, sondern eher ein Konzept, das irgendwann vielleicht wieder aufgegriffen wird.
Was Project Mara eigentlich sein sollte
Du bist enttäuscht? Das ist nachvollziehbar. Project Mara galt als eines der mutigsten Vorhaben von Microsoft. Das Spiel sollte sich vollständig in einer einzigen Wohnung abspielen, die mithilfe von Photogrammetrie und Lidar-Scans extrem realistisch nachgebaut wurde.
Das Ziel war kein klassischer Horror mit Monstern oder Jumpscares, sondern eine intensive Auseinandersetzung mit mentalen Ängsten. Im Rahmen von Ninja Theorys „Insight Project“ wollte das Studio reale Berichte und psychologische Forschung nutzen, um eine authentische, beklemmende Erfahrung zu schaffen, fernab gängiger Genre-Klischees.

Das Aus für Project Mara heißt auch, dass sich die Entwickler voll auf den Senua’s Saga: Hellblade 2-Nachfolger konzentrieren können. – Bild: Ninja Theory
Hellblade 3 übernimmt, mit klarer Kurskorrektur!
Stattdessen richtet sich der Blick jetzt klar nach vorne: auf Hellblade 3. Laut Corden ist das Spiel bereits als nächstes großes Projekt bei Ninja Theory eingeplant. Und wichtiger noch: Es soll sich deutlich anders spielen als seine Vorgänger. Seine Quellen zufolge möchte das Studio Hellblade 3 „mehr zu einem Spiel machen“. Gemeint sind erweiterte Interaktionsmöglichkeiten, tiefere Gameplay-Systeme und eine breitere spielerische Ansprache. Das ist eine direkte Reaktion auf die Kritik an Hellblade 2, das zwar technisch und audiovisuell Maßstäbe setzte, spielerisch aber als sehr reduziert wahrgenommen wurde. Mehr als interaktiver Film, als ein Spiel.
Genau hier scheint Ninja Theory anzusetzen. Hellblade 3 soll offenbar stärkeres Gameplay liefern, ohne dabei die narrative Stärke und emotionale Tiefe der Reihe aufzugeben. Ein Balanceakt, der für das Studio entscheidend sein dürfte. Trotz der klaren Ausrichtung wird es noch dauern, bis wir erste handfeste Eindrücke bekommen. Ninja Theory ist ein vergleichsweise kleines Studio, und die Veröffentlichung von Senua’s Saga: Hellblade 2 liegt noch keine zwei Jahre zurück.
Ein baldiger Release ist daher unwahrscheinlich. Umso spannender ist die Frage, wie stark sich Hellblade 3 tatsächlich vom bisherigen Stil lösen wird und ob Ninja Theory damit neue Zielgruppen erreicht, ohne die treuen Fans zu verlieren.

