[Preview] Hitman 2016: Wir haben uns Agent 47 in der Beta angeschaut
Wer kennt ihn nicht. Den Mann mit der dezent roten Krawatte. Menschenfreund und Träger eines innovativen Tattoos in Form eines Strichcodes im Nackenbereich, das den Anfang seiner nicht vorhandenen Haarpracht bildet. Die Rede ist von: Agent 47.

Square Enix hatte das sagenhafte Timing, zeitgleich mit Tom Clancy’s The Division in die Beta-Phase zu gehen. Macht nichts, ein Wochenende an der Seite der Division und ein paar Stunden als totbringender Geheimagent im neuen Hitman sind eine optimale Aufteilung für garantierten Spielspaß. Die Wahl hätte besser nicht sein können. Die Spielzeit, die mir in The Division abverlangt wurde, war tatsächlich etwas umfangreicher, als im jüngsten Ableger des Stealth Action-Adventures aus dem Hause Square Enix.

Stand der Dinge
Der Titel findet 20 Jahre vor seinen Vorgängern statt – Dort, wo alles seinen Anfang hatte. Agent 47 trifft zum ersten Mal auf Diana Burnwood, seine langjährige Betreuerin und direkte Vorgesetzte. Das freundliche Come-Together findet inmitten einer geheimen Trainings-Einrichtung der International Contact Agency statt.


Die Closed Beta entpuppte sich als äußerst überschaubar, mit ganzen zwei Missionen. Ich muss allerdings fairerweise dazu sagen, dass Mission eins, das eingangs als Guided Tutorial dient, im Nachhinein als freie Mission erneut gespielt werden kann und euch die Möglichkeit bietet, mehrere Wege zum Ziel zu finden und umzusetzen. Und das sind so einige. Selbstverständlich gibt es ein Missionsziel, welches in der Regel eine zu eliminierende Person darstellt. Das Guided Tutorial nimmt euch liebevoll an die Hand, zeigt euch aber lediglich nur einen Weg euer Ziel zu erreichen. In der Free-Play Version im Anschluss, könnt ihr dann selbst entscheiden, welchen Weg ihr einschlagt. Hier dürft ihr auch gerne mal für etwas „Stimmung“ sorgen und mit einem Knall abtreten – wenn ihr versteht was ich meine.

Die Missionen im Überblick
Beide Missionen sind Teil der Trainings-Einrichtung und eine Art Einstellungstest für euch als angehenden Agent der Agency.
In der ersten Mission verschlägt es uns auf eine Yacht. Unverschämt reiche Menschen, die es sich offensichtlich während einer Party gutgehen lassen. Unser Ziel ist ein ausgefuchster Meisterdieb namens „Sparrow“. Unser Auftrag: An Bord gelangen, das Ziel finden und eliminieren. Was mir ganz gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass die NPCs nicht wie Massenklone auf dem Deck verteilt stehen uns permanent das gleiche machen, sondern den Eindruck erwecken, hier gäbe es tatsächlich eine Ansammlung von Menschen, die alle individuell agieren. Ansonsten begegnen uns die üblichen Verdächtigen, wie Sicherheitsleute, Mechaniker, Bodyguards und Service-Personal. Ihr ahnt es bereits. Ja, ich entledige mich meiner perfekt sitzenden Klamotte und schlüpfe in die jeweilige Arbeitskleidung des Personals, um mich an Bord „freier“ bewegen zu können. Das funktioniert bei dem Großteil der Anwesenden hervorragend. Personen, die mir gegenüber allerdings skeptisch sind, tragen einen kleinen weißen Punkt über dem Kopf. Auf dessen Gesellschaft kann ich gut und gerne verzichten und machen einen großen Bogen um sie. Werden wir entdeckt, bricht nicht direkt die Hölle los, vielmehr werden wir ermahnt den gesperrten Bereich zu verlassen oder solange provoziert, bis es eben Zeit für durchschlagende Argumente ist. Vorsicht ist in jedem Fall besser als Nachsicht (Phrasenschwein). Ich bin nun mal ein großer Stealth-Fan.


Haben wir die Mission erfolgreich hinter uns gebracht, folgt auch schon die nächste und letzte. Wir sollen einem vermeintlichen Schachmeister und Spion der Sowjetunion das Handwerk legen. Dumm nur: Dieser sitzt in einer gut bewachten Militärbasis, mit eigenem Kampfjet in der Garage. Unsere Aufgabe in diesem Szenario weicht um kein Haar von dem vorangegangenen ab: Zugang zur Militärbasis verschaffen, den Schachmeister finden und… eliminieren.



Das Gameplay
Hübsch durchdachte und sensible NPCs begegnen uns auf unserer Infiltration. Zugegeben, von einer ausgeklügelten KI der Gegner kann man hier jetzt nicht sprechen, aber es ist eine Beta, wer weiß, wie sich das in der Vollversionen anpassen lässt. Zu jeder Zeit im Spiel werden uns kleinere Etappenziele vorgegeben. Das bremst den Spielspaß ein wenig, sich selbst auf die Suche nach der Lösung zu begeben und gestaltet die Missionen recht „einfach“. Hier gehe ich einfach stark davon aus, dass diese Vorgaben auf der Tatsache beruhen, dass es sich hier um ein Tutorial handelt und als Hilfestellung dahingehend dient. Grafisch macht der Titel einiges her, hebt sich aber nicht signifikant von anderen Games ab; dafür aber deutlich von seinen Vorgängern. Flüssige Spielführung und geschmeidiges Mechanik zeichnen sich bereits jetzt ab und werden letztendlich im Spiel sicherlich zufriedenstellend mit der Grafik abrunden. Ich würde mir die Sprachausgabe der NPCs ein wenig klarer wünschen, da es beim Belauschen teilweise etwas schwer war, dem Dialog zu folgen. Mag aber auch an meinen zerstörten Ohren liegen – ich bin da einsichtig.
Sonderlich viel Neues konnte ich aus der Beta jetzt nicht ziehen. Zumal von der Story wenig preisgegeben wird. Durchaus eine Komponente, auf die man bei der Vollversion setzen kann. Der Spielspaß ist definitiv ganz oben mit dabei. Die Beta war kurz und knackig und hat mich trotz allem so gefesselt, dass ich jede Möglichkeit in der jeweiligen Mission erspielen wollte. Stealth ftw. Schlagen wir einen Sicherheitsbeamten K.O., haben wir die Möglichkeit seine Waffe an uns zu nehmen. Dies füllt unser mitgeführtes Arsenal provokant auf und teilweise juckt es in den Fingern, das Stealth-Dasein einfach mal Stealth sein zu lassen und sich Hals über Kopf in den Kugelhagel zu stürzen und sich bis zu seinem Missionsziel vor zu metzeln (Böser Autor – Liebe und Frieden sei mit euch). Vom Kugelhagel mal ganz abgesehen, kann man sich zu Anfang noch das ein oder andere Leckerli mitnehmen. Ich rede von Münzen, um den Feind abzulenken, Haftbomben (HaftBOMBEN – dütdütdüt-BÄM) oder auch verschiedene Waffen und die dazugehörige Munition. Ihr seht, bereits zu Anfang werdet ihr quasi dazu verführt, mit ordentlich Ramba Zamba das Spielfeld zu betreten.

Fazit:
Wenn sich die Episoden ab dem 11. März ebenso überschaubar im Umfang präsentieren wie die Beta, habe ich wenig Hoffnung für das Prequel. Davon mal ganz abgesehen, wartet ein hübsches Paket Agenten-Action auf uns, mit einer gehörigen Portion Spielspaß. Auf die Story bin ich tatsächlich gespannt und die Grafik wirft sich gekonnt in Schale. Alles in allem ein gelungenes Setup für ein Stealth-Action Titel wie Hitman. Fans dürfen sich freuen und ich bin mir fast sicher, dass die Vollversion einiges mehr zu bieten hat, aber hoffentlich auch noch einiges besser macht, als uns die Beta präsentiert hat. See you online, folks.


