Preissteigerungen bremsen Sparbemühungen der Deutschen
Die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten stellen viele Deutsche vor große Herausforderungen und beeinträchtigen ihre Fähigkeit, effektiv zu sparen. Laut einer jüngsten Umfrage von YouGov im Auftrag der Postbank zeigt sich, dass trotz einer groß angelegten Sparbereitschaft – vier von fünf der befragten Personen legen regelmäßig Geld zurück – die meisten Befragten ihre Ersparnisse als unzureichend empfinden, um unvorhergesehene finanzielle Engpässe zu meistern oder für das Alter vorzusorgen. Die gesammelten Daten verdeutlichen, dass ein beträchtlicher Teil der Sparer eher geringe Beträge zurücklegt: Über 14 Prozent gaben an, jährlich weniger als 500 Euro sparen zu können. Ein Viertel der Befragten schafft es, Beträge zwischen 500 und 2.500 Euro jährlich beiseitezulegen. Dabei sind Giro- und Tagesgeldkonten die bevorzugten Sparformen, und jeder Zehnte lagert sein Geld nach wie vor zu Hause.
Der bedrohlich kleine "Notgroschen", den viele bilden können, ermöglicht lediglich jedem vierten Sparer, maximal zwei Monate der Lebenshaltungskosten zu decken. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört, warnt, dass ohne hinreichende Rücklagen schnell eine finanzielle Schieflage drohen könnte. Idealerweise sollten drei bis sechs Monatsgehälter als Polster vorhanden sein. Dass vielen Sparern eine größere Ansammlung von Rücklagen nicht möglich ist, liegt auf der Hand: Mehr als die Hälfte derjenigen, die nicht genügend sparen, geben an, dass die zu hohen Lebenshaltungskosten dafür verantwortlich seien. Diese Einschätzung teilen auch 64 Prozent der befragten Nichtsparer.
Trotz des Abklingens der Inflationswelle, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Deutschland erfasste und fast neun Prozent erreichte, bleiben viele Preise erheblich über den Vor-Corona-Niveaus. So haben Ökonomen der Europäischen Zentralbank berechnet, dass die Lebensmittelpreise seit 2019 um 37 Prozent gestiegen sind. Im September 2025 lagen die Verbraucherpreise in Deutschland wieder leicht höher, eine Inflation von 2,4 Prozent bedeutete den bislang stärksten Anstieg des Jahres, was die Kaufkraft weiter minderte und das Sparen erschwerte.

