Positive Signale aus dem Handelsstreit: Deutsche Aktienmärkte bleiben zurückhaltend
Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich zu Wochenbeginn verhalten optimistisch, nachdem sich im US-chinesischen Handelsstreit erste Entspannungstendenzen abzeichnen. Die Reaktion der Anleger bleibt jedoch zurückhaltend, da in dieser Woche zahlreiche wichtige Entscheidungen von Notenbanken anstehen und eine Fülle von Unternehmenszahlen auf beiden Seiten des Atlantiks erwartet wird. Der Dax verbuchte im frühen Handel lediglich einen Zuwachs von 0,09 Prozent und erreichte damit 24.261 Punkte.
Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei RoboMarkets, sieht dennoch Potenzial für eine Jahresendrallye in der traditionell starken Börsenzeit zwischen November und Dezember. Er identifiziert die Marke von 24.500 Punkten als letzte Hürde vor einem neuen Rekordhoch, welches am 9. Oktober bei 24.771 Punkten verzeichnet wurde.
Im Gegensatz dazu zeigte sich der MDax kaum verändert bei 30.295 Punkten, während der EuroStoxx 50 um 0,2 Prozent zulegte. Eine vorläufige Einigung zwischen den USA und China, wie sie Li Chenggang aus dem chinesischen Handelsministerium verkündete, muss zwar noch intern auf beiden Seiten genehmigt werden, jedoch werteten die Märkte diese Nachrichten als positiv. US-Finanzminister Scott Bessent hob die Fortschritte der Verhandlungen hervor, die als Vorbereitung für das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping in Südkorea dienen.
Neben geopolitischen Themen richtet sich der Fokus der Anleger auf anstehende Zinsentscheidungen und die Berichtssaison. Ein besonders wichtiger Indikator wird der Ifo-Geschäftsklimaindex sein, der am Vormittag veröffentlicht werden soll.
Bei den Einzelwerten stand Porsche im besonderen Interesse. Die Belastungen durch Investitionen in Verbrennermotoren wirkten sich auf die Gewinne negativ aus, dennoch setzten die Aktien mit einem Plus von 2,7 Prozent ihre Erholung fort. Bayer konnte in den USA eine Zulassung für das Menopause-Medikament Elinzanetant verbuchen, allerdings fiel die Reaktion mit einem Kursrückgang von 0,7 Prozent mäßig aus.
Gerresheimer geriet ins Visier aufgrund von Untersuchungen der Finanzaufsicht Bafin, in deren Rahmen kleinere Unregelmäßigkeiten bei der Buchhaltung festgestellt wurden. Die Papiere gewannen 0,9 Prozent hinzu, da der Markt die Problematik bereits in vorherigen Kursverlusten eingepreist hatte.
Evotec profitierte von Fortschritten in der Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb und verbuchte Kursgewinne von 1,9 Prozent. Im Rohstoffsektor verhalf die Entspannung im Handelsstreit insbesondere den Aktien von Salzgitter, Klöckner & Co und Thyssenkrupp zu deutlichen Kursgewinnen.

