Polnischer Premierminister wirft Krypto-Unternehmen Verbindungen zur russischen Mafia und Geheimdiensten vor

In Polen ist eine neue Kontroverse um Kryptowährungen entbrannt. Premierminister Donald Tusk beschuldigt ein Krypto-Unternehmen, das angeblich mit "russischem Geld" gegründet wurde, politische Rivalen und konservative Veranstaltungen zu unterstützen.
Tusk äußerte sich dazu im polnischen Parlament, während die Abgeordneten darüber abstimmten, ob ein Veto von Karol Nawrocki, dem Präsidentschaftskandidaten, aufgehoben werden soll. Nawrockis Führung steht im Mittelpunkt des Streits über neue Krypto-Regulierungen.
Zondacryptos Verbindungen zur Bratva und zu russischen Geheimdiensten
Laut Tusk deutet das wiederholte Blockieren von Regulierungen auf die Interessen eines bestimmten Unternehmens hin, Zondacrypto, das finanzielle Unterstützung leistet und Verbindungen zu Russland unterhält. Tusk behauptete, dass das Kapital hinter Zondacryptos Erfolg aus russischem Geld stammt, das mit der "Bratva", einer der bedeutendsten russischen Mafia-Gruppen, sowie mit russischen Geheimdiensten verbunden ist.
Er erklärte weiter, dass Zondacrypto nicht nur Veranstaltungen in Polen unterstützt, sondern auch "sehr spezifische politische Kräfte" fördert. Seinen Angaben zufolge hat das Unternehmen Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit, der ehemaligen national-konservativen Regierungsgruppe Polens, sowie Figuren der rechtsextremen Konföderation finanziert.
Der Premierminister behauptete zudem, dass das Krypto-Unternehmen als strategischer Sponsor einer großen Conservative Political Action Conference (CPAC) in Polen fungierte. Diese Veranstaltung fand im März 2025 in Rzeszów statt, nur fünf Tage vor der Präsidentschaftswahl, die ein knappes Rennen zwischen einem Kandidaten aus Tusks politischem Lager und Nawrocki lieferte.
Regierung verteidigt Krypto-Regulierungen
Tusk betonte, dass Nawrocki über die Details von Zondacrypto informiert war, als er die vorgeschlagenen Krypto-Regulierungen ablehnte. Er argumentierte, dass die Veto-Entscheidungen nicht ohne Kontext getroffen wurden, und verwies auf die angebliche Beziehung zwischen Zondacrypto und wichtigen politischen Akteuren.
Zbigniew Bogucki, Leiter des Präsidialamts, erklärte, Nawrocki sei nicht gegen die Notwendigkeit, die Kryptomärkte zu regulieren. Vielmehr richteten sich Nawrockis Einwände gegen das von der Regierung vorgeschlagene, fehlerhafte "Regulierungsmodell". Sławomir Mentzen, Vorsitzender der Konföderation, sagte, die geplante Gesetzgebung hätte den polnischen Kryptowährungsmarkt "zerstört".
Die polnische Regierung betont, dass die neuen Krypto-Regulierungen darauf abzielen, Polen mit den EU-Vorschriften für digitale Vermögenswerte in Einklang zu bringen. Zondacrypto hat sich bisher nicht direkt zu Tusks Behauptungen geäußert, jedoch gegenüber polnischen Medien erklärt, dass es mit den polnischen Behörden bei der Untersuchung der Vorwürfe kooperiert.
Die Abstimmung im Parlament, die auf Tusks Äußerungen folgen soll, wird darüber entscheiden, ob die Regierung trotz Nawrockis Vetos vorankommen kann, während die breitere politische Debatte über angeblich ausländisch unterstützte Fraktionen in Polens Krypto-Diskussion weiter wächst.

