Politischer Rückschlag trübt Anlegerstimmung: Dax und EuroStoxx 50 tauchen ins Minus
Ein unerwarteter Dämpfer für den CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz bei seiner Kanzlerwahl hat am Dienstag auch die Finanzmärkte nicht unberührt gelassen. Der deutsche Leitindex Dax verzeichnete bereits nach Handelsstart negative Vorzeichen, die sich mit der Niederlage von Merz im ersten Wahlgang noch vertieften. Der Dax gab zuletzt um 1,1 Prozent nach und stand bei 23.084 Punkten, während auch der EuroStoxx 50 ein Minus von 0,7 Prozent verzeichnete.
Merz konnte bei der geheimen Abstimmung lediglich 310 von 621 Stimmen für sich gewinnen, was sechs Stimmen weniger als die erforderliche Mehrheit von 316 bedeutete. Diese Entwicklung sorgte bei den Anlegern für Verunsicherung, denn Merz' umfangreiche Investitionspläne in den Bereichen Rüstung und Infrastruktur galten bisher als maßgebliche Unterstützung für die starke Performance des Dax, der sich so seinem Rekordniveau annäherte. Bereits im März hatte ein umfangreiches Finanzpaket positive Impulse gegeben, auch wenn Handelskonflikte mit den Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump die Gewinne zwischenzeitlich schmälerten.
Der gescheiterte Kanzlerwahlanlauf stellt ein Novum in der deutschen Nachkriegszeit dar, denn noch nie scheiterte ein vorgesehener Kanzler in dieser Phase nach der Bundestagswahl und Koalitionsverhandlungen. Sollte Friedrich Merz die Zuversicht entwickeln, in einem nachfolgenden Wahlgang mehr Unterstützung zu erhalten, sind innerhalb von zwei Wochen weitere Wahlgänge möglich. Erst danach könnte eine einfachere Mehrheit ausreichend sein, um die Kanzlerschaft anzutreten.
Auch die Aktien aus der Rüstungsbranche standen sinnbildlich für die Unsicherheit des Marktes. Während Anleger Gewinne mitnahmen, verloren Rheinmetall im Dax 2,4 Prozent an Wert. Zudem erlitten die Aktien von Renk und Hensoldt im MDax einen Rückgang von bis zu 3,1 Prozent.

