Politischer Balanceakt im Pazifik: Wadephul optimiert deutsch-australische Beziehungen
Außenminister Johann Wadephul beendet seine mehrtägige diplomatische Mission in den Pazifikstaaten und Südostasien mit einem Besuch in Australien und dem Sultanat Brunei. In Canberra, der Hauptstadt Australiens, steht ein Treffen mit der australischen Außenministerin Penny Wong auf der Agenda, das bei einem Abendessen stattfinden soll. Im Anschluss daran sind bedeutsame Gespräche mit mehreren Wirtschaftsvertretern sowie mit dem Minister für Industrie und Innovation, Tim Ayres, und dem Minister für Handel und Tourismus, Don Farrell, vorgesehen.
Im Fokus dieser Treffen wird unter anderem die protektionistische Zoll- und Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump stehen. Australien verfolgt hierbei einen delikaten Balanceakt zwischen den Vereinigten Staaten und China. Während letzteres als wichtigster Handelspartner fungiert und Australien von einem seit 2015 gültigen Freihandelsabkommen profitiert, nimmt Deutschland als zweitwichtigster europäischer Partner eine maßgebliche Rolle ein, insbesondere durch den Austausch von Rohstoffen und Agrarprodukten.
Brunei, das reiche Sultanat auf Borneo, erwies sich als ein weiteres Reiseziel von Interesse. Bekannt für reiche Öl- und Gasvorkommen, zählt es zu den wirtschaftlich stärksten Ländern weltweit. Unter der absoluten Monarchie und einem strengen islamischen Recht, herrscht der Sultan seit Jahrzehnten unbeschränkte Macht aus und hält seit 1962 einen permanenten Ausnahmezustand aufrecht. Die diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Brunei, die kurz nach der Unabhängigkeit des Sultanats 1984 formalisiert wurden, sind freundschaftlich und auf wirtschaftlichen Austausch fokussiert.

