Politische Spannungen vor der Wahl in Moldau: Razzien und Rivalitäten
In Moldau spitzen sich die politischen Spannungen vor der bevorstehenden Parlamentswahl zu. Einerseits stehen die strafrechtlichen Ermittlungen im Fokus, bei denen über 250 Objekte durchforstet wurden, andererseits der Streit zwischen proeuropäischen und prorussischen Parteien. Die Durchsuchungen betreffen Ermittlungen zu möglichen Massenunruhen und einer Destabilisierung des Staates, angeblich koordiniert durch Russland und kriminelle Gruppen. Über 100 Personen in verschiedenen Regionen, inklusive Gefängnissen, wurden ins Visier genommen.
Igor Dodon, der prorussische Ex-Präsident und Führer der Partei der Sozialisten, äußerte via Facebook Besorgnis über die Durchsuchungen, die "unsere Kollegen" im Norden des Landes betreffen. Er warf der Regierungspartei Aktion und Solidarität (PAS) von Präsidentin Maia Sandu vor, politisch motivierte Einschüchterungen durchzuführen. Dodons Partei hat sich mit anderen russlandfreundlichen Gruppen zu einem Wahlblock formiert.
Parallel dazu leitete das Nationale Antikorruptionszentrum zusammen mit der Staatsanwaltschaft in Chisinau Razzien ein, die sich mit illegaler Parteifinanzierung, Geldwäsche und Wählerbestechung befassen. Eine Person wurde festgenommen, was die Spannungen weiter anheizt.
Das kommende Wahlergebnis ist ungewiss, jedoch bleibt Moldau zwischen Westen und Osten hin- und hergerissen. Während die Partei PAS als stärkste Kraft aus der Wahl hervorgehen könnte, ist unklar, ob sie alleine regieren kann. Moldau, ein landwirtschaftlich geprägter Staat, ist seit 2022 EU-Beitrittskandidat und das Land bleibt in einem ständigen Ringen zwischen einer proeuropäischen Zukunft und den russischen Einflüssen.

