Polikliniken als Rettungsanker im Gesundheitswesen Brandenburgs
Brandenburgs Gesundheitsministerin Britta Müller, von der Brandenburger Sozialen Wählergemeinschaft (BSW), setzt auf die Stärkung der Polikliniken als Lösungsansatz gegen den Ärztemangel und für effiziente medizinische Versorgung. Die Ministerin sieht in der Zusammenlegung zahlreicher Fachdisziplinen an einem Ort und in der verbesserten Terminmanagement klare Vorteile. Besorgniserregend sei die Situation im Land hinsichtlich unbesetzter Arztsitze: Allein 320 Hausarztsitze stünden leer, was lange Wartezeiten bei Fachärzten zur Folge habe.
Jüterbog, Rathenow und Schwedt/Oder sind besonders betroffen, während Potsdam und Teltow überversorgt sind. Auch bei Fachärzten zeigen sich Lücken, etwa bei Hals-Nasen-Ohrenärzten in der Prignitz und Hautärzten in Märkisch-Oderland. Müller betont, dass eine zielgenaue Versorgungsgestaltung notwendig sei, verweist jedoch auf die Gesetzgebung des Bundes.
Müllers Konzept der „Polikliniken de luxe“ sieht kürzere Wege für Patienten durch die Bündelung sämtlicher diagnostischer und auch kleiner operativer Möglichkeiten in einem Zentrum vor. Dies könnte eine Alternative für die sich wandelnden Krankenhäuser darstellen, wie das Beispiel in Wittstock/Dosse zeigt, wo eine Schließung zugunsten einer Verlagerung medizinischer Dienste diskutiert wird.
Der Ministerin zufolge verbreitet die AfD ein falsches Bild eines krisengeschüttelten Gesundheitssystems, was unbegründete Ängste schüre. Müller stellt klar, dass die medizinische Versorgung trotz bestehender Herausforderungen gewährleistet sei.

