Pflichtdienst für alle: Ein Ansatz zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts
Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, hat den Vorschlag unterbreitet, in Deutschland ein allgemeines Pflichtdienstjahr für Frauen und Männer einzuführen. Dieses soll nicht ausschließlich militärisch, sondern ebenso in Organisationen des Blaulichtsektors, im kulturellen und sportlichen Bereich sowie ehrenamtlich geleistet werden können. Der CDU-Politiker betont, dass ein solcher Dienst nicht nur eine Chance für persönliches Engagement biete, sondern auch als gesellschaftlicher Kitt dienen könne. Otte hebt hervor, dass die Bundeswehr einen höheren Frauenanteil brauche. Obwohl die aktuelle Regierungskoalition Freiwilligkeit im Wehrdienst favorisiert, hält Otte dies möglicherweise nicht für ausreichend. Auf die Frage, ob eine Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert werden solle, verweist er auf die veränderte sicherheitspolitische Lage.
Parallel dazu spricht sich die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Gerda Hasselfeldt, für eine stärkere Betonung der sozialen Dienste aus. Sie kritisiert, dass im Kabinettsanschreiben an junge Menschen keine Erwähnung solcher Engagementmöglichkeiten zu finden ist. Hasselfeldt sieht hier ungenutztes Potenzial, das durch gezielte Informationsangebote ausgeschöpft werden könnte. Ab dem kommenden Jahr ist vorgesehen, dass alle jungen Erwachsenen ab 18 Jahren in einem Fragebogen angeben, ob sie für den Wehrdienst in Betracht kommen. Dies stellt einen Teil der Wehrerfassung dar, wobei auch junge Frauen teilnehmen können, aber nicht müssen. Die Wehrpflicht war 2011 in Deutschland ausgesetzt worden, was de facto das Ende von Wehr- und Zivildienst bedeutete. Anstelle dessen wurde der Bundesfreiwilligendienst etabliert.

