Pflanzenkohle für klimaresiliente Städte: Studie belegt Vorteile für urbane Böden, Stadtbegrünung und langfristige CO₂-Speicherung
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass insbesondere nährstoffarme urbane Böden durch Pflanzenkohle, Kompost und Carbon Removal ökologisch und klimatisch aufgewertet werden können.

Kempten (Allgäu), 03.06.2026 (PresseBox) - Forschungsergebnisse belegen, dass insbesondere nährstoffarme urbane Böden von Pflanzenkohle profitieren und dadurch ihre ökologischen Funktionen langfristig verbessert werden können.
Pflanzenkohle hat großes Potenzial für die Stadtbegrünung: Sie verbessert Böden und kann zugleich zur Dekarbonisierung urbaner Räume beitragen, indem stabiler Kohlenstoff langfristig im Boden gespeichert wird. Als Form des Carbon Removals verbindet Pflanzenkohle damit Bodenverbesserung und dauerhafte CO₂-Bindung.
Eine neue Studie zeigt nun, dass dieser Effekt nicht überall gleich ausfällt. Besonders nährstoffarme urbane Böden profitieren von Pflanzenkohle, Kompost und teilweise auch ihrer Kombination. Untersucht wurde, wie sich diese Maßnahmen auf die Speicherung von Kohlenstoff (C) und Stickstoff (N) im Boden auswirken – und welche Rolle Bodenmikroben, insbesondere Pilze, dabei spielen.
Das zentrale Ergebnis: In nährstoffarmen Böden waren die positiven Effekte auf die C- und N-Anreicherung teils bis zu 14,4-mal stärker als in nährstoffreichen Böden. Entscheidend scheint zu sein, dass dort pilzliche Gemeinschaften und mikrobielle Netzwerke stärker gefördert werden. Dadurch werden natürliche Stoffkreisläufe stabilisiert und die Bodenfruchtbarkeit langfristig verbessert.
Die Studie unterstreicht damit: Pflanzenkohle ist weit mehr als ein Bodenhilfsstoff. Richtig eingesetzt kann sie degradierte urbane Böden regenerieren, ökologische Funktionen stärken und Stadtgrün resilienter gegenüber den Folgen des Klimawandels machen. Gleichzeitig fördert Pflanzenkohle die Kreislaufwirtschaft, da biogene Reststoffe mittels Pyrolyse in einen langlebigen Kohlenstoffspeicher überführt werden. Dadurch werden Reststoffströme sinnvoll genutzt und Kohlenstoff dauerhaft der Atmosphäre entzogen.
Für klimaangepasste und nachhaltige Städte bedeutet das: Wer urbane Böden verbessern will, sollte insbesondere Standorte mit niedrigem Nährstoffstatus in den Blick nehmen. Dort kann Pflanzenkohle nicht nur die Bodenqualität und Resilienz urbaner Grünflächen stärken, sondern auch einen zusätzlichen Beitrag zur langfristigen Kohlenstoffspeicherung leisten.

