Pernod Ricard: Herausfordernde Zeiten mit Aussicht auf Erholung
Der renommierte Spirituosenhersteller Pernod Ricard musste im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 5,5 Prozent auf knapp elf Milliarden Euro verbuchen, belastet durch die verhaltene Konsumlaune in China und den USA sowie die US-Zollpolitik. Organisch betrachtet, also währungs- und portfoliobereinigt, lag das Minus bei drei Prozent, womit das Ergebnis allerdings die pessimistischeren Erwartungen der Analysten übertraf. Diese Überraschung trieb die Aktie am Vormittag um mehr als fünf Prozent in die Höhe, wodurch das bisherige Kursminus im Jahr 2025 auf unter fünf Prozent reduziert wurde.
Besonders im Reiseeinzelhandel verzeichnete Pernod Ricard merkliche Umsatzeinbrüche, vor allem aufgrund der Aussetzung zollfreier Cognac-Importe in China seit Dezember 2024. Durch kürzlich erzielte Vereinbarungen wird jedoch eine positive Trendwende erwartet. Trotzdem brachen die Erlöse in China im Vergleich zum Vorjahr um über 20 Prozent ein, während hohe Lagerbestände bei den Händlern aufgrund begrenzter Nachfrage und laufender Antidumpinguntersuchungen die Umsätze zusätzlich belasteten. Dies führte zu Prognosen, dass das erste Quartal ebenfalls von starken Rückgängen geprägt sein wird.
Ähnlich herausfordernd gestaltete sich der Markt in den USA, wo die Unsicherheit der Verbraucher und die Zollpolitik ihren Tribut forderten. Lagerbereinigungen werden hier erst im laufenden Geschäftsjahr erwartet. Auch in Europa sank der Umsatz; jedoch blieb dieser bereinigt um das Russland-Geschäft stabil. Insgesamt sank das bereinigte operative Ergebnis um 5,3 Prozent auf 2,95 Milliarden Euro, wobei Währungseffekte zusätzlichen Druck ausübten. Unter dem Strich stieg der Nettogewinn dank geringerer Sonderaufwendungen um zehn Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.
Für das neue Geschäftsjahr 2025/26 stellt sich Pernod Ricard auf ein „Übergangsjahr“ ein, mit einer erwarteten Umsatzverbesserung in der zweiten Jahreshälfte. Das erste Quartal wird jedoch noch von Lagerbereinigungen in den USA und einer anhaltend schwachen Nachfrage in China geprägt sein. Zusätzliche Auswirkungen werden durch Änderungen der indischen Verbrauchsteuerpolitik erwartet.
Langfristig plant Pernod Ricard, den Wachstumskurs wiederaufzunehmen, mit einem prognostizierten organischen Umsatzwachstum von durchschnittlich drei bis sechs Prozent jährlich in den Jahren 2026/27 bis 2028/29. Ebenso soll die operative Marge unterstützt durch Einsparungen in Milliardenhöhe verbessert werden.

