Pendler in Hessen erneut von ganztägigen Warnstreiks betroffen
Pendler in den hessischen Städten Frankfurt, Marburg und Gießen müssen sich auf erhebliche Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat zu weiteren ganztägigen Warnstreiks im Tarifkonflikt der kommunalen Verkehrsbetriebe aufgerufen. In Frankfurt wird der Betrieb der Straßenbahnen und U-Bahnen von der ersten bis zur letzten Schicht komplett eingestellt, wie der zuständige Verdi-Gewerkschaftssekretär Jochen Koppel mitteilte.
Auch in Marburg und Gießen wird der Busverkehr gestört, allerdings weniger stark, da dort andere Tarifverträge für das Fahrpersonal gelten. Die neuen Warnstreiks sind eine Reaktion auf den gescheiterten Abschluss in der dritten Verhandlungsrunde für den öffentlichen Nahverkehr, der von einem 'Eklat' überschattet wurde.
Verdi zeigt sich überrascht über unerwartete Themen, die von den Arbeitgebern bei den Verhandlungen eingebracht wurden. Diese schlugen unerwartete Kürzungen einer tariflich vereinbarten Zulage zur Mitarbeitergewinnung vor, die mit künftigen Tariferhöhungen verrechnet werden soll. Zudem soll die seit langem etablierte Aufstockung des Krankengeldes gekürzt werden. Dies stieß bei der Gewerkschaft auf scharfe Kritik, die diese als „eine Attacke auf unseren Tarifvertrag“ sieht, wie Koppel betonte.
Verdi führt die Verhandlungen zeitgleich in allen Bundesländern durch. Der Fokus in Hessen liegt nicht auf den Gehältern, sondern auf den Arbeitsbedingungen gemäß dem Manteltarifvertrag. Die nächste Verhandlungsrunde, in der vor allem die Eingruppierung von Tätigkeiten thematisiert werden soll, ist für den 25. Februar angesetzt.

