Pendler in Hessen durch Warnstreiks und Schneefall gebremst
In Hessen sorgen Streiks im öffentlichen Nahverkehr sowie heftiger Schnee für erhebliche Behinderungen bei der morgendlichen Pendlerfahrt. Der U-Bahn- und Straßenbahnverkehr in Frankfurt kam aufgrund von Streiks der Verkehrsgesellschaft VGF durch Technik- und Werkstattbesatzungen sowie Fahrpersonal zum Erliegen, bestätigte der Verdi-Gewerkschaftssekretär Jochen Koppel, der speziell für den Bereich Busse und Bahnen verantwortlich ist.
Darüber hinaus rief Verdi in Marburg und Gießen wegen tarifbedingter Spannungen bei den kommunalen Verkehrsbetrieben ebenfalls zu Streiks auf, jedoch mit erwartungsgemäß geringeren Auswirkungen aufgrund regionaler Tarifunterschiede. Stattdessen spielte das Wetter eine bedeutendere Rolle: Starke Schneefälle führten zu Ausfällen und Verspätungen im Busverkehr in Marburg, Gießen und den umliegenden Landkreisen, unter anderem wie vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) berichtet.
Für viele Reisende waren auch die S-Bahnen aufgrund technischer Störungen keine zuverlässige Alternative. Zwar konnten auf den Linien S1 bis S4 die Betriebsstörungen behoben werden, doch die Linien S5, S7, S8 und S9 meldeten noch Verzögerungen.
Diese Unterbrechungen markieren den dritten von Verdi initiierten Warnstreiktag im gegenwärtigen Tarifkonflikt, bei dem rund 2.500 Beschäftigte im Bundesland betroffen sind. Ein weiterer Warnstreik wurde für den Wiesbadener Busverkehr angekündigt. Ursache der aktuellen Streikhandlungen ist laut Verdi ein unerwartetes Vorgehen der Arbeitgeber in der bisherigen Tarifverhandlungsrunde, bei dem neue Themen eingebracht wurden, welche potenzielle Kürzungen für die Beschäftigten bedeuten könnten. Die Verhandlungen betreffen nicht die Gehälter, sondern die Arbeitsbedingungen laut Manteltarifvertrag und werden bundeslandübergreifend koordiniert.

