Overwatch 2: Game Director gesteht, woran das Spiel wirklich scheiterte – und was jetzt passieren muss!
Obwohl Overwatch seit seinem Debüt ein Phänomen der Popkultur war, hat die Marke über die Jahre sichtbar gelitten, insbesondere wenn es darum ging, eine kohärente und fesselnde Geschichte zu erzählen. Nun, da Overwatch 2 nach einem kontroversen Start langsam wieder Tritt fasst und ein Comeback zu feiern scheint, tritt Game Director Aaron Keller bewusst auf die Euphoriebremse. In einem bemerkenswert ehrlichen Interview mit dem Streamer Jay3 zögert er, zu behaupten, dass der Titel bereits „aus allen Rohren feuert“. Er weiß, dass die tiefste Wunde des Spiels noch immer nicht verheilt ist.
Das Eingeständnis eines Versäumnisses
Keller nimmt in dem Gespräch kein Blatt vor den Mund und spricht die elefantengroße Leere im Raum direkt an. „Eines der Dinge, über die unsere Spieler online sehr viel sprechen, ist das Gefühl, dass Overwatch den Ball hat fallen lassen, wenn es um die Geschichte und die Lore geht“, gibt er unumwunden zu. Er erinnert an die glorreichen Anfangstage, als das Team „ein paar mehr der großen animierten Kurzfilme veröffentlichte als heutzutage“. Diese meisterhaft inszenierten Shorts waren das Herzblut der Erzählung. Sie stellten neue Charaktere vor, gaben ihnen eine Seele und verknüpften ihre Schicksale zu einer übergreifenden, im Hintergrund schwelenden Geschichte. Sie waren der Grund, warum die Helden von Overwatch zu Ikonen wurden, die weit über das Spiel hinaus eine gigantische Fangemeinde fanden.
Der geplatzte Traum vom großen Story-Modus
Den schmerzhaftesten Teil seiner Beichte hebt sich Keller für die Erklärung auf, warum diese erzählerische Ader so jäh versiegte. Die ambitionierten Pläne für die Fortführung der Geschichte in Overwatch 2 waren untrennbar mit dem Schicksal des groß angelegten PvE-Koop-Modus verknüpft – jenem Modus, der zum Launch erscheinen und die Kampagne vorantreiben sollte. Doch der Plan ging nicht auf. Der Modus wurde nach langer, problematischer Entwicklung schlussendlich eingestampft. „Wir hatten einen großen Plan, die Geschichte im Spiel voranzutreiben, das war der PvE-Modus mit der Kampagne… das hat nicht funktioniert“, so Kellers ernüchterndes Fazit. Die Streichung dieses Kern-Features war nicht nur eine Enttäuschung, sie war ein kreativer Reset, der alle narrativen Pläne über den Haufen warf.
Die Rückkehr zur Seele des Spiels
Für Aaron Keller ist der Weg nach vorn jedoch klar definiert. Er ist felsenfest davon überzeugt, dass das Universum und die Charaktere die „besten Teile“ von Overwatch sind. Ein wahres Comeback, ein Zustand, in dem das Spiel wieder mit voller Kraft feuert, kann es seiner Meinung nach erst geben, wenn Blizzard zu genau diesen Stärken zurückkehrt. „Für mich persönlich, damit wir sagen können, dass Overwatch 2 aus allen Rohren feuert, müssen einige dieser [Kurzfilme] zurückkommen.“ Es ist das klare Bekenntnis, dass die Zukunft des Helden-Shooters nicht nur im kompetitiven Gameplay, sondern vor allem in der Wiederbelebung seiner Seele liegt: der großen, epischen Geschichte, auf deren Fortsetzung die Fans seit Jahren sehnsüchtig warten.


