Orbis Medicines sichert sich 90 Millionen Euro zur Förderung oraler Makrozyklen
Die dänische Biotech-Firma Orbis Medicines hat in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 90 Millionen Euro eingeworben, um die Entwicklung ihrer neuartigen, oral verabreichbaren Makrozyklusmedikamente, bekannt als ⁿCycles, voranzutreiben. Die Finanzierung wurde von New Enterprise Associates (NEA) angeführt, mit Beteiligung neuer Investoren, darunter Eli Lilly, Cormorant sowie der Export- und Investitionsfonds Dänemarks.
Das Unternehmen, das im Februar 2024 mit 28 Millionen Dollar in Seed-Funding durch Novo Holdings und Forbion an den Start ging, fokussiert sich unter der Leitung von CEO Morten Graugaard darauf, orale Alternativen zu injizierbaren Biologika zu entwickeln. Spezialisiert hat sich Orbis auf Makrozyklen, große ringartige Substanzen aus Aminosäuren oder anderen Bausteinen, die ein erhebliches therapeutisches Potenzial aufweisen, jedoch in Bezug auf Stabilität, Absorption und Bioverfügbarkeit Herausforderungen darstellen.
Makrozyklen ermöglichen es, spezifisch an biologische Ziele zu binden, wie es bei dem Immunsuppressivum Cyclosporin und dem Antibiotikum Erythromycin der Fall ist. Die erste Aufmerksamkeit von Orbis liegt auf Programmen gegen bereits validierte Ziele, die durch Blockbuster-Biologika belegt sind, um Patienten, die eine orale Einnahme gegenüber Injektionen oder intravenösen Infusionen bevorzugen, Alternativen zu bieten.
Im September 2024 kündigte Orbis eine Forschungskooperation mit Vivtex an, um sein gastrointestinales Robotersystem GI-ORIS zu nutzen, eine Plattform zur Bewertung der Darmdurchlässigkeit, die für die Bestimmung der oralen Bioverfügbarkeit von Orbis' ⁿCycles ausschlaggebend ist. Im darauffolgenden Monat verkündete das Unternehmen seine Expansion und den Beitritt zum neuen Biotech-Startup-Hub Symbion in Fuglebakken, Kopenhagen.
Makrozyklen gewinnen in der gesamten Pharmaindustrie an Bedeutung. MSD ist in der späten klinischen Entwicklung für das makrozyklische Peptid MK-0616 (Enlicitide Decanoat) zur Behandlung von Hypercholesterinämie. Das Medikament wird in mehreren Phase-III-Studien untersucht und könnte bei einer Zulassung bis 2030 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar generieren, wie GlobalData prognostiziert.
MSD hat zudem sein Interesse durch eine 220-Millionen-Dollar-Vereinbarung mit Unnatural Products (UNP), einem auf KI basierten Biotech-Unternehmen, das makrozyklische Kandidaten entwickelt, unterstrichen. Wettbewerber wie Circle Pharma haben ebenfalls Fortschritte gemacht und im Juli 2024 in einer Serie-D-Finanzierungsrunde 54 Millionen Dollar erhalten sowie im Oktober einen Vertrag mit Boehringer Ingelheim abgeschlossen.

