Oracle erwartet kräftigen Wachstumsschub im Cloud-Geschäft
Der US-Software-Riese Oracle prognostiziert für das Geschäft mit Rechenzentren eine beeindruckende Wachstumsrate im kommenden Geschäftsjahr. Nach einer soliden Performance im vergangenen Jahr plant das Unternehmen, seinen Umsatz im Bereich der Infrastrukturdienste für die Cloud (IaaS) bis Ende Mai 2026 um über 70 Prozent zu steigern. Letztes Jahr konnte bereits ein Zuwachs von 50 Prozent verzeichnet werden, und die Erwartungen sind weiterhin hoch.
Konzernchefin Safra Catz äußerte sich nach Börsenschluss in den USA optimistisch und prognostizierte, dass der Umsatzanstieg im neuen Geschäftsjahr „dramatisch höher“ ausfallen könnte. Diese positiven Aussichten beflügelten die Stimmung der Investoren, wodurch die Aktien des Unternehmens im nachbörslichen Handel um rund sechs Prozent kletterten. Seit dem Tiefpunkt im April hat das Papier schon etwa die Hälfte des verlorenen Wertes wiedererlangt, und es besteht die Chance, dass der Börsenwert erneut die 500-Milliarden-Dollar-Grenze überschreiten könnte.
Im Vergleich dazu bringt der deutsche Software-Konkurrent SAP derzeit 323 Milliarden Euro auf die Börsenwaage. Oracle konzentriert sich verstärkt auf Angebote im Bereich der Cloud-Datenzentren, ein Segment, das SAP bisher kaum bedient. Auch die Integration Künstlicher Intelligenz wird als Wachstumsfaktor betrachtet. Trotz eines im vierten Quartal etwas schwächeren Umsatzes von drei Milliarden Dollar gegenüber den Erwartungen, zeichnet sich für viele Marktteilnehmer eine vielversprechende Zukunft im Cloud-Geschäft ab.
Im vergangenen Jahr stieg Oracles Gesamtumsatz um acht Prozent auf 57,4 Milliarden Dollar, wobei das Wachstum in Bereichen, in denen Oracle direkt mit SAP konkurriert, bei etwa 20 Prozent lag. Dies zeigt jedoch einen geringeren Anstieg als bei den Walldorfern. Der Gewinn des Unternehmens stieg insgesamt um nahezu 20 Prozent auf etwas über 12 Milliarden Dollar.

