Optimistische Aussichten: IWF hebt Prognosen für Deutschland und Eurozone an
Der Internationale Währungsfonds (IWF) blickt zunehmend optimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und der Eurozone. Ein maßgeblicher Faktor dabei sind die geringer als erwarteten Zollanpassungen seitens der USA sowie umfangreiche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung. Diese Entwicklungen veranlassten den IWF dazu, für das laufende Jahr ein moderates Wachstum von 0,1 Prozent für Deutschland zu prognostizieren, nachdem zuvor von einer Stagnation ausgegangen war. Für das Jahr 2026 bleibt die Wachstumsprognose bei 0,9 Prozent.
Die neue Zollvereinbarung zwischen der Europäischen Union und den USA sieht einen Zollsatz von 15 Prozent auf die meisten EU-Importe vor, weit weniger als die ursprünglich angedrohten 30 Prozent durch die USA. Davon profitieren insbesondere die Automobil-, Halbleiter- und Pharmabranchen. Für Aluminium und Stahl gelten hingegen unverändert hohe Zölle von 50 Prozent.
Auch für die Eurozone zeigt sich der IWF zuversichtlicher und hebt seine Prognose um 0,2 Prozentpunkte auf ein Wachstum von 1,0 Prozent an. Besonders Irland profitiert von einem starken Exportwachstum im Pharmasektor. Dennoch positioniert sich Deutschland unter den Industrienationen der Eurozone weiterhin eher am Ende des Rankings, während Spanien mit einem Plus von 2,5 Prozent glänzt.
Für die Weltwirtschaft revidierte der IWF seine Wachstumserwartung auf 3,0 Prozent, was einer Steigerung von 0,2 Prozentpunkten entspricht. Für das Jahr 2026 rechnet der Fonds mit einem leichten Anstieg auf 3,1 Prozent. Die Erwartungen für die USA sind ebenfalls gestiegen; hier prognostiziert der IWF ein Wachstum von 1,9 Prozent für 2025, unterstützt durch niedrige Zolltarife.
Trotz der positiven Aussichten warnt der IWF vor einer möglichen Beschleunigung der Inflation in den USA aufgrund gestiegener Produktionskosten durch Zölle. Unternehmen könnten gezwungen sein, diese Kosten an die Verbraucher weiterzugeben, was die Inflation bis Jahresende antreiben könnte. Weltweit korrigierte der IWF seine Inflationsprognose leicht nach unten auf 4,2 Prozent.

