Optimismus und selektive Investments beleben US-Börsen

Nach einer turbulenten Phase bei den Technologieaktien zeigen sich die US-Börsen zum Wochenende hin von ihrer optimistischeren Seite. Der Dow Jones Industrial notiert auf historischen Höchstständen und nähert sich der symbolträchtigen Marke von 50.000 Punkten. Im Tagesverlauf fehlten dem Leitindex nur drei Punkte, um diese beeindruckende Schallgrenze zu überwinden. Am frühen Abend notierte er 2,2 Prozent fester bei 49.972 Punkten, was einem ebenso starken Wochenplus entspricht. Während der Dow im Aufwind ist, verzeichnen andere US-Indizes wie der S&P 500 und der Nasdaq 100 ebenfalls Zugewinne: Der marktbreite S&P 500 kletterte um 1,73 Prozent auf 6.916 Zähler.
Besondere Beachtung findet der Nasdaq 100, der mit einem Anstieg von 1,9 Prozent auf 25.009 Punkte seine Erholung fortsetzt, trotz anfänglicher Volatilität, die durch Kursabschläge bei Schwergewichten wie Amazon, Alphabet und Meta verursacht wurde. Spekulative Anleger nutzen die Gelegenheit, um günstige Einstiegspunkte wahrzunehmen, insbesondere in Bezug auf den sich entwickelnden KI-Boom, der vermehrt auf den Prüfstand kommt. Während Amazon mit einem dramatischen Kursrückgang von bis zu zehn Prozent konfrontiert war, reduzierten die Amazon-Aktien ihren Verlust zuletzt auf 6,8 Prozent. Insgesamt plant das Unternehmen umfangreiche Investitionen von etwa 200 Milliarden US-Dollar in zukunftsträchtige Technologien wie KI, Chips und Robotik, was auch gewisse Zulieferer begünstigt. Entsprechend legten Broadcom und Nvidia jeweils um über sieben Prozent zu, da Chipwerte allgemein stark nachgefragt waren.
Bitcoin verzeichnete nach einem vorherigen Kurssturz ebenfalls deutliche Gewinne, was sich positiv auf Unternehmen wie Strategy und Coinbase auswirkte, die zweistellige Zuwächse verzeichneten. Positiv überraschte Under Armour, deren Aktien um 18 Prozent stiegen, nachdem der Sportartikelhersteller mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen der Analysten übertraf.
Dennoch gab es auch Rückschläge. Linde-Aktien verloren fast drei Prozent aufgrund einer Absenkung des Analystenurteils von JPMorgan. Auch der Kosmetikkonzern Coty enttäuschte mit seinen Quartalszahlen und sah seine Aktien um 17 Prozent abrutschen. Doximity, ein Spezialist für Gesundheitssoftware, musste sogar einen Rückgang von 19 Prozent hinnehmen, was jedoch als temporäre Wachstumsverzögerung angesehen wird.

