Optimismus an den Märkten trotz Volatilität
Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich am Mittwoch stabiler, nachdem er am Vortag eine deutliche Talfahrt hinnehmen musste. Unterstützung kommt vor allem von der Wall Street, wo die US-Börsen zwar im Minus, aber an ihren Tageshochs schlossen. Der X-Dax deutet vorbörslich ein Plus von 0,4 Prozent auf 23.593 Punkte an, obwohl der Dax am Dienstag die 100-Tage-Linie unterschritt, ein bedeutender Trendindikator. Positiv stimmt, dass die Marke von 23.380 Zählern, dem jüngsten Zwischentief, gehalten hat.
Der EuroStoxx 50, führender Index der Eurozone, wird ebenfalls mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent erwartet. Der europäische Handel zeigt sich weiterhin volatil, beeinflusst von einer Vielzahl an Risiken: der US-amerikanischen Handelspolitik, dem fortdauernden Ukraine-Konflikt sowie finanzpolitischen Unsicherheiten in Frankreich. Finanzexperten warnen schon länger, doch scheinen Anleger die Risiken bisher weitgehend ignoriert zu haben.
Thomas Altmann von QC Partners beobachtet besorgt die steigenden Anleiherenditen, die den Aktienmarkt zunehmend herausfordern. Gold wird aktuell als sicherer Hafen gesehen, was sich in einem neuen Rekordhoch für die Feinunze zeigt. Altmann fragt sich, wo die nächste wichtige Unterstützungslinie für Dax-Anleger liegt, nachdem die vorherige Marke bei 24.000 Punkten gebrochen wurde.
Unter den Dax-Unternehmen richtet sich der Fokus auf Adidas und Continental. Analyst James Grzinic von Jefferies empfiehlt die Aktie des Sportartikelherstellers als Kauf, trotz eingetrübter Umsatzprognosen für bestimmte Produktsparten. Adidas profitiert jedoch von Zöllen und einem schwachen Dollar. JPMorgan-Analystin Wendy Liu bewertet Adidas weiterhin optimistisch und hebt die Aktie auf 'Overweight'. Im Gegenzug stufte Bernstein Research die Continental-Aktie herab; das Unternehmen könnte in der Kursentwicklung hinter den Erwartungen zurückbleiben. Im MDax richtet sich das Interesse auf Puma, dessen Aktie durch eine negative Einschätzung von Wendy Liu belastet wird. Schließlich bestätigte Auto1 verbesserte Jahresziele und trotzt damit der allgemeinen Marktnervosität.

