Opec+ Kurswechsel: Ölpreise im Sinkflug trotz erwarteter Fördermengenerhöhung
Die Rohstoffmärkte erleben derzeit turbulente Zeiten, denn die Ölpreise sind erneut auf Talfahrt. Beobachter stellen fest, dass die Notierungen der fossilen Energie sich nun bereits auf die zweite Verlustwoche in Folge zubewegen.
Diese Entwicklung verdichtet sich, da am Wochenende von der Opec+, dem bekannten Förderverbund, eine abermalige Erhöhung der Produktionsmenge erwartet wird. Ein Fass der Nordseesorte Brent, das im Juli ausgeliefert werden soll, kostete zuletzt 61,98 US-Dollar. Damit sank der Preis geringfügig um 17 Cent im Vergleich zum Vortag.
Unterdessen verringerte sich der Wert für ein Barrel der US-Ölsorte WTI um 18 Cent auf 60,78 Dollar. Noch am Mittwoch hielt die Opec+ eine Online-Konferenz auf Ministerebene ab, ohne jedoch konkrete Entscheidungen zu treffen. Marktanalysten gehen davon aus, dass am Samstag eine Kerngruppe von acht Opec+-Nationen die Richtung für die kommenden Monate vorgeben wird.
Insidern zufolge plant das Bündnis, die tägliche Fördermenge um mehr als 411.000 Barrel auszudehnen, um verloren geglaubte Marktanteile zurückzuerobern. Bereits in den Monaten Mai und Juni verzeichnete die Allianz einen täglichen Anstieg der Fördermenge um jene besagte Zahl. "Schon in der Vorwoche ließen einige Delegierte durchblicken, dass sie eine deutliche Produktionsausweitung befürworten könnten, was den aktuellen Preisrückgang beeinflusste", berichten Commerzbank-Experten.
Man rechnet daher damit, dass die endgültige Ankündigung keine dramatischen Marktbewegungen nach sich ziehen wird. Die globale Wirtschaft bleibt indes durch den Handelskonflikt der USA mit China unter Spannung. US-Präsident Donald Trump erneuerte seine Anschuldigungen gegenüber China hinsichtlich eines angeblichen Vertragsbruchs im Handelsabkommen.
"China hat die Vereinbarung mit uns völlig gebrochen", monierte Trump. Die Spannungen zwischen den beiden Großmächten bleiben ein belastender Faktor für die weltwirtschaftliche Entwicklung.

