Ölpreise trotzen temporär der chinesisch-amerikanischen Zollspirale
Die Ölpreise haben am Freitag einen leichten Anstieg verzeichnet. Trotz einer weiteren Eskalation der Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA konnten die Zölle die Marktstimmung zunächst nicht weiter belasten. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg um 13 Cent auf 63,46 Dollar. Ein Barrel der US-Sorte WTI, das im Mai geliefert wird, verzeichnete einen Anstieg um 16 Cent auf 60,23 Dollar.
In den vergangenen Tagen ist der Zollkonflikt zwischen den USA und China weiter eskaliert, was Ängste vor negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die Nachfrage nach Rohöl schürte. Peking kündigte eine Erhöhung der Zölle auf US-Waren von 84 auf 125 Prozent an, als Reaktion auf die anhaltenden US-Zollmaßnahmen. Diese Entwicklungen sorgten für erhebliche Preisschwankungen am Ölmarkt.
Analysten der Commerzbank sehen wenig Chancen auf eine baldige Erholung der Ölpreise. In der kommenden Woche stehen wichtige Monatsberichte der Internationalen Energieagentur (IEA) und der Opec bevor, die Aufschluss über ein mögliches Überangebot auf dem Ölmarkt geben könnten. Barbara Lambrecht, Rohstoffexpertin bei der Commerzbank, erklärte, dass die Bank ihre Ölpreisprognosen nach unten korrigiert hat.
Die Vorhersage für den Brent-Preis zum Jahresende wurde von 75 auf 65 Dollar pro Barrel reduziert. Seit der Amtseinführung von Donald Trump und dessen konfrontative Handelspolitik sind die Ölpreise, insbesondere der Nordsee-Brent, um etwa 20 Prozent gesunken, was ihre Volatilität unterstreicht und die Unsicherheiten auf dem Markt widerspiegelt.

