Ölpreise trotz Konflikt im Nahen Osten unter Druck
Trotz der sich verschärfenden Spannungen zwischen Israel und Iran sehen Analysten der Beratungsfirma Rystad Energy wenig Raum für einen nennenswerten Preisanstieg bei Rohöl. Der globale Leiter für Rohstoffmärkte des Unternehmens, Mukesh Sahdev, erklärt, dass die Ölpreise voraussichtlich unter 80 US-Dollar pro Barrel bleiben werden. Diese Einschätzung basiert auf früheren Modellen zur Störung von Versorgungsketten.
Sahdev hält es für wahrscheinlich, dass der aktuelle Konflikt auf einem beherrschbaren Niveau bleibt. Die USA könnten hierbei eine zentrale stabilisierende Rolle spielen. Die größte Sorge des Marktes bleibt eine mögliche Blockade der Straße von Hormus, durch die täglich über 20 Millionen Barrel Rohöl transportiert werden, was einem Fünftel des weltweiten Tagesverbrauchs entspricht.
Während eine Störung in diesem fürs die Weltwirtschaft kritischen Korridor die Preise massiv in die Höhe treiben würde, schätzen sowohl Rystad Energy als auch andere Experten ein solches Szenario als unwahrscheinlich ein. Janiv Shah, Vizepräsident von Rystad Energy, merkte an, dass eine Blockade das Potenzial hätte, die Märkte in unbekanntes Terrain zu führen.
Dennoch betonte er, dass die USA mit ihrem Interesse, die Preise näher bei 50 US-Dollar zu halten, beruhigend auf die Lage einwirken könnten. Obwohl Israel und Iran über das Wochenende Energieinfrastrukturen des jeweils anderen attackierten, seien diese Angriffe nicht entscheidend für die globale Ölproduktion oder den Rohfluss.
Nach einem initialen Preisanstieg fiel der Ölpreis am Montag aufgrund der stabilen Ölströme in der Region wieder um etwa 1%, und die Preise pendelten sich in den niedrigen 70er-Dollar-Bereich pro Barrel ein.

