Ölpreise im leichten Rückgang: Märkte blicken auf Angebotsentwicklung
Die Ölpreise verzeichnen am Freitag einen leichten Rückgang. Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober wird mit 68,18 US-Dollar gehandelt, was einem Minus von 44 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht. Auch die US-amerikanische Sorte WTI notiert niedriger, mit einem Preisrückgang von 24 Cent auf 64,36 Dollar. Trotz dieser leichten Korrekturen bewegen sich die Ölpreise seit Beginn der Woche nur in engen Grenzen.
Während zeitweise Befürchtungen eines Überangebots den Markt belasteten, sorgte ein Rückgang der US-Ölreserven für Unterstützung der Preise. Im Zentrum der Marktbeobachtungen steht weiterhin die Zollpolitik der USA. Jüngst wurde die Situation durch erhöhte Zölle auf indische Waren beeinflusst, da Indien verstärkt Rohöl aus Russland importiert.
Experten der Commerzbank erwarten in den kommenden Tagen eine verstärkte Fokussierung der Marktteilnehmer auf die Angebotssituation. Neue Schätzungen zur Fördermenge könnten einen Anstieg des Angebots bestätigen, so Commerzbank-Expertin Barbara Lambrecht. Mit der Ankündigung einer ab September erhöhten Fördermenge durch die Opec+ droht nach Ansicht von Lambrecht im zweiten Halbjahr ein erhebliches Überangebot. Dennoch könnte eine verbesserte Unternehmensstimmung einen stärkeren Preisverfall verhindern.

