Ölpreise im Aufwind: Markt trotzt OPEC+-Entscheidung und richtet Blick auf potenzielle Sanktionen
Die Ölpreise verzeichneten zu Wochenbeginn einen bemerkenswerten Anstieg, ungeachtet einer erneuten Erhöhung der Fördermengen durch das OPEC+-Kartell. Marktbeobachter führen diesen Anstieg in erster Linie auf die potenziellen neuen Sanktionen gegen die russische Ölindustrie zurück, was Spekulationen über Angebotsverknappungen nährt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferziel im November stieg um 98 Cent und erreichte damit 66,48 US-Dollar. Auch die US-Sorte WTI wurde teurer und lag bei 62,81 Dollar, nachdem sie um 94 Cent zugenommen hatte.
Damit haben sich die Ölpreise von den Verlusten des vorangegangenen Freitags erholt, die durch unerwartet schwache Wirtschaftsdaten aus den USA ausgelöst worden waren. Eine von Bloomberg berichtete mögliche Verschärfung der Sanktionen durch die Europäische Union gegenüber russischen Energieunternehmen erweckt zusätzliche Aufmerksamkeit der Investoren.
Die jüngste Einigung innerhalb der OPEC+ auf eine Anhebung der Rohölproduktion um 137.000 Barrel pro Tag ab Oktober wurde vor diesem Hintergrund zur Nebensache. Bereits in den letzten Monaten hatten die OPEC+-Mitgliedsstaaten, darunter führende Akteure wie Saudi-Arabien und Russland, ihre Fördekapazitäten schrittweise ausgeweitet. Ziel war es, frühere Produktionsbeschränkungen von 2,2 Millionen Barrel pro Tag zu revidieren und den Markt wieder zu stabilisieren.

