Ölpreise fallen trotz geopolitischer Spannungen
Die Ölpreise rutschten den dritten Tag in Folge ab, da die Aussicht auf ein globales Angebotsüberangebot die Besorgnis über russische Lieferungen überwiegt. Die Brent-Futures fielen unter die Marke von 67 Dollar pro Barrel und machten damit die Gewinne der Vorwoche zunichte. Preisstützen durch die Zinssenkung der Federal Reserve, die Aufforderungen des US-Präsidenten Donald Trump, russisches Rohöl nicht mehr zu kaufen, sowie die wiederholten ukrainischen Angriffe auf Energieanlagen erwiesen sich als nur von kurzer Dauer.
Trotz Angriffe auf die russische Öl-Infrastruktur zeigte sich der Markt gelassen und blieb auf ein erwartetes Überangebot fokussiert. Edward Bell, kommissarischer Forschungsleiter und Chefökonom bei Emirates NBD, kommentierte: „Der Ölmarkt scheint die Fed weitgehend zu ignorieren.“
Die überraschend schnelle Produktionsrückkehr der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner führt laut der Internationalen Energieagentur zu einem prognostizierten Rekordüberschuss im nächsten Jahr. Diese Entwicklung neutralisiert die geopolitischen Spannungen und hält die Preise in einem engen Spektrum.
Indische Raffinerien halten trotz der gesteigerten heimischen Brennstoffnachfrage und den fortgesetzten Handelsgesprächen Neu-Delhis mit Washington an russischem Rohöl fest. Unterdessen verstärkte die Ukraine ihre Angriffe und traf zwei russische Ölraffinerien, womit die Rohölverarbeitung in Russland auf unter 5 Millionen Barrel pro Tag fiel, dem niedrigsten Stand seit April 2022, wie eine Schätzung von JPMorgan Chase zeigt. Investoren blicken zudem gespannt auf das für Freitag geplante Gespräch zwischen Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping, in der Hoffnung auf eine mögliche Entschärfung der Handelskonflikte zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt.

