Investmentweek

Ölpreise explodieren nach israelischem Angriff auf Iran

14. Juni 2025, 20:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Israels Militärschlag gegen Irans Nuklearprogramm lässt die Ölpreise schießen und reißt die globalen Finanzmärkte mit sich. Anleger fliehen aus Aktien, während die Angst vor einem Flächenbrand im Nahen Osten wächst.

Der Konflikt trifft die Märkte ins Mark

Kaum hatte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu den Angriff auf Irans Atomanlagen bestätigt, reagierten die Finanzmärkte mit einem Schockmoment: Die Ölpreise schossen innerhalb von Stunden zweistellig in die Höhe.

Brent-Rohöl verteuerte sich am Freitagmorgen um bis zu 13 Prozent auf 75,60 Dollar pro Barrel, die US-Sorte WTI legte um rund 14 Prozent auf 74,44 Dollar zu.

Hinter der plötzlichen Preisrally steht eine neue Eskalationsstufe in der ohnehin angespannten Lage zwischen Israel und Iran. Das Risiko einer militärischen Ausweitung des Konflikts bringt ein altbekanntes Thema zurück auf die Agenda der Märkte: die Versorgungssicherheit mit Energie aus dem Nahen Osten.

Der Flaschenhals Hormus rückt ins Zentrum

Besonders brisant: Fast ein Drittel des weltweiten Ölhandels auf dem Seeweg verläuft durch die nur rund 50 Kilometer breite Meerenge von Hormus. Für Iran – den viertgrößten Produzenten der OPEC – wäre die Blockade des strategischen Nadelöhrs eine naheliegende Vergeltungsoption.

Auch Qatar, das etwa 20 Prozent des globalen Flüssigerdgasmarkts (LNG) abdeckt, wäre direkt betroffen.

„Leider gibt es für Öl und LNG keine alternative Route“, warnt Warren Patterson, Rohstoffchef der ING. „Die Folge wären weltweit steigende Preise – besonders in Europa droht eine neue Gaspreisspirale.“

Inflationsängste schlagen sofort durch

Die Finanzmärkte reagieren mit einer typischen Krisenbewegung: raus aus Aktien, rein in sichere Häfen wie Anleihen, Gold und US-Dollar.

Netanjahu eskaliert: Der israelische Premier rechtfertigt den Angriff mit angeblich wachsenden Nuklearbeständen Teherans.

An der Wall Street fielen die Futures auf den S&P 500, Dow Jones und Nasdaq vorbörslich jeweils um 1,5 bis 1,8 Prozent. Auch in Asien sackten die Kurse ab. Der Nikkei verlor 1,3 Prozent, der Hang Seng 0,7 Prozent, der CSI 300 aus China lag 0,8 Prozent im Minus.

Die Sorge: Ein anhaltender Ölpreisschock könnte die Inflation wieder anfachen – mitten in einer ohnehin fragilen Konjunkturphase. „Ein Anstieg der Energiepreise wäre toxisch für das globale Wachstum“, warnt Vishnu Varathan von Mizuho.

Politisches Pulverfass

Während die Märkte noch die direkten wirtschaftlichen Folgen verdauen, bahnt sich politisch eine hochexplosive Lage an. Israels Premier Netanjahu sprach von einer „Operation, die so lange dauert, wie nötig“, und warf dem Iran vor, ausreichend Uran für neun Atombomben angereichert zu haben. Belege dafür blieb er allerdings schuldig.

Der Angriff erfolgt zudem inmitten heikler diplomatischer Gespräche zwischen Washington und Teheran über ein mögliches neues Atomabkommen.

US-Präsident Donald Trump hatte noch am Vortag einen möglichen Angriff nicht ausgeschlossen. Nach dem israelischen Schlag betonte Außenminister Marco Rubio:

„Die USA sind nicht beteiligt und konzentrieren sich auf den Schutz der eigenen Truppen.“

Anleger ziehen die Notbremse

Für viele Investoren ist das Zeitfenster zum Positionsabbau schmal geworden. Nach der Erholung der letzten Wochen – der S&P 500 notierte nur wenige Tage zuvor nahe seines Allzeithochs – kapitulieren zahlreiche Marktteilnehmer nun vor dem unkalkulierbaren geopolitischen Risiko.

„Die Gefahr einer unkontrollierten Eskalation zwingt Fondsmanager weltweit, Risikopositionen zu reduzieren“, analysiert Tony Sycamore von IG Markets.

Die Unsicherheit dürfte sich in den kommenden Tagen weiter verschärfen. Vor dem Wochenende bauen institutionelle Investoren traditionell ihre Positionen ab, um nicht mit vollen Büchern in ein potenziell eskalierendes Szenario zu geraten.

Der Ölmarkt wird wieder politisch

Lange Zeit bewegten sich die Rohölpreise in einem ruhigen Fahrwasser – Überangebot und gedämpfte Nachfrage hatten die Kurse stabilisiert. Doch mit der neuen Eskalation im Nahen Osten werden geopolitische Faktoren wieder zum entscheidenden Treiber. Und diese lassen sich weder von Notenbanken noch von OPEC-Sitzungen kontrollieren.

Die Nervosität am Ölmarkt könnte nun dauerhaft einen neuen Risikoaufschlag einpreisen. Vor allem Europa droht dabei erneut zur energiepolitischen Problemzone zu werden, sollte sich die Lage am Golf weiter zuspitzen.

Finanzen / Märkte
[InvestmentWeek] · 14.06.2025 · 20:00 Uhr
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