Ölpreise erholen sich trotz Handelsspannungen
Nach einem verhaltenen Handelsbeginn erlebten die Ölpreise am Mittwoch eine moderate Erholung von den deutlichen Verlusten des Vortages. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober wurde zuletzt mit 67,65 US-Dollar gehandelt, ein Anstieg um 43 Cent im Vergleich zum Vortag. Auch der Preis für die US-Sorte WTI legte um 53 Cent auf 63,78 Dollar zu.
Ausschlaggebend für diesen Anstieg war die aktuell positive Entwicklung der Ölreserven in den USA. Der American Petroleum Institute (API) meldete einen Rückgang der Rohöllagerbestände um eine Million Barrel. Dieser Rückgang deutet auf ein engeres Angebot in der größten Volkswirtschaft der Welt hin und gibt den Ölpreisen in der Regel einen Auftrieb.
Der Trend der API wurde am Nachmittag durch die offiziellen Daten der US-Regierung zu den Ölreserven bestätigt, wobei die Rückgänge über den Erwartungen der Analysten lagen. Am Vortag hatten fallende Ölpreise – jeweils um mehr als einen Dollar pro Barrel – noch auf eine allgemeine Unsicherheit an den Finanzmärkten hingewiesen, hervorgerufen durch den zunehmenden Druck der US-Regierung auf die Notenbank Fed.
Die aggressive Zollpolitik der USA bleibt weiterhin ein zentrales Thema am Ölmarkt. Um im Ukraine-Konflikt den Druck auf Russland zu erhöhen, erhob die US-Regierung unter Präsident Donald Trump Anfang August zusätzliche Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Waren aus Indien, einem bedeutenden Handelspartner des Kremls. Ein hochrangiger Regierungsbeamter bestätigte, dass die Maßnahme wie geplant umgesetzt wird.
Indes erkannte Vandana Hari, Rohstoffexpertin bei Vanda Insights, keine akuten Versorgungssorgen am Ölmarkt. Sie verwies darauf, dass es seitens der indischen Regierung keine Bestrebungen gebe, den Kauf von russischem Rohöl zu stoppen.

