Ölfund vor Polens Küste: CEP verzichtet auf zusätzliche Bohrungen
Der jüngste Ölfund nahe der polnischen Küste hat für Aufsehen gesorgt, doch überraschend will das kanadische Unternehmen Central European Petroleum (CEP) auf weitere Explorationen vor Ort verzichten. Den bisherigen Daten, zu denen seismische Untersuchungen sowie Informationen aus anderen Bohrungen gehören, schreibt CEP eine ausreichende Aussagekraft zu, um die Größe und die wirtschaftliche Verwertbarkeit des Vorkommens einzuschätzen.
Experten wie der Bohrtechnik-Experte Matthias Reich von der TU Bergakademie Freiberg heben normalerweise die Bedeutung von Bestätigungsbohrungen für die Erstellung eines präzisen Lagerstättenmodells hervor. CEP plant jedoch, zukünftige Bohrungen zur Erschließung des Ölvorkommens zentral von einer Plattform aus durchzuführen – in der Fachsprache mit "Spinnenbein-Technik", bei der die Bohrungen sich vom Bohrplatz in verschiedene Richtungen erstrecken.
Der signifikante Ölfund, etwa sechs Kilometer von Swinemünde entfernt, wird vom polnischen Chefgeologen Krzysztof Galos als bedeutsamster Fund seit dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet, allerdings könnte er auch auf deutscher Seite Bedenken bezüglich Umwelt- und Tourismuseinflüssen nach sich ziehen.
Obwohl die Bohrstelle derzeit stillgelegt ist, bleiben die Erwartungen hoch. CEP plant, künftig tiefer zu bohren, um detailliertere Daten zu erhalten und die Wirtschaftlichkeit des Vorkommens weiter zu überprüfen.

