Oettinger Brauerei vor entscheidender Tarifschlichtung
Im spannungsgeladenen Tarifstreit bei der renommierten Brauerei Oettinger zeichnet sich eine mögliche Wendung ab. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) hat der Unternehmensführung eine freiwillige Schlichtung vorgeschlagen, um die verfahrene Situation aufzulösen. Erste Zeichen der Entspannung gibt es bereits: Die Belegschaft, die sich im Arbeitskampf befand, wird mit der Frühschicht am nächsten Montag ihre Arbeit wieder aufnehmen. Ob die Geschäftsführung diesen Schritt entsprechend würdigt, bleibt jedoch abzuwarten – von ihrer Seite steht eine Stellungnahme bisher noch aus.
Fouad Laghmouch, Gewerkschaftssekretär der NGG, zeigte sich jedoch zuversichtlich. „Unser Ziel ist es, diesen Tarifkonflikt unbürokratisch und zügig aus der Welt zu schaffen. Wir hoffen, dass auch die Geschäftsführung ein starkes Interesse an einer schnellen Lösung hat. Eine unverzügliche Aufnahme der Schlichtungsgespräche scheint der logische nächste Schritt zu sein“, so Laghmouch. Sollte die Schlichtung bis Ende der Woche keine Ergebnisse bringen, werde man die Arbeitskampfmaßnahmen wieder intensivieren und einen Urabstimmungsprozess einleiten.
Die aktuellen Proteste nahmen auch am Standort der Oettinger Brauerei in Oettingen Fahrt auf, wo sich kürzlich zahlreiche Mitarbeiter für eine gerechtere Tariflösung einsetzten. Auch an den übrigen Standorten, darunter Mönchengladbach und Walldorf, gab es ähnliche Protestaktionen. Die Brauerei, die unter sinkenden Absatzzahlen leidet, plant 2024 die Schließung ihres Braunschweiger Werks – hiervon wären 130 Beschäftigte betroffen.
Die Tarifverhandlungen der vergangenen Tage rückten im Zuge eines ausgedehnten Warnstreiks und hitzigen Wortgefechten ins Zentrum der Auseinandersetzung. Während die NGG der Geschäftsführung vorwirft, untragbare Kürzungen durchsetzen zu wollen, begegnet das Unternehmen der Gewerkschaft mit dem Vorwurf, die Realität aus den Augen verloren zu haben.

