ÖPNV-Streik legt Deutschland lahm: Auswirkungen spürbar auf Straßen und im Taxiverkehr
Ein ganztägiger Streik im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) hat viele Regionen Deutschlands weitestgehend lahmgelegt. Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen blieben in zahlreichen Städten still, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Nur Niedersachsen blieb dank eines laufenden Tarifvertrags von den Streikmaßnahmen unberührt.
Besonders in den Ballungsräumen machten sich die Streikauswirkungen im morgendlichen Berufsverkehr bemerkbar: Ein Anstieg von Stau und Verzögerungen war unvermeidlich. Die Taxi-Nachfrage stieg sprunghaft an. Freenow verzeichnete deutschlandweit rund anderthalbmal so viele Anfragen wie an einem typischen Montag, mit Hamburg, München und Berlin als Spitzenreiter.
Der Grund für den ausbleibenden Streik in Niedersachsen liegt in der laufenden Friedenspflicht, die Streikmaßnahmen bis Ende März untersagt. Anderswo wird vehement für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Nacht- sowie Wochenendzuschläge gekämpft. Verdi argumentiert, dass die Attraktivität der Berufe im ÖPNV dringend verbessert werden müsse, um Personalengpässe zu verhindern.
Züge der Deutschen Bahn waren vom Streik nicht betroffen, da diese nicht von Verdi vertreten werden. Arbeitnehmer sind trotz Verkehrsbeeinträchtigungen selbst verantwortlich, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, ebenso müssen Schüler ihre Schulpflicht erfüllen. Die Forderungen der Gewerkschaft, die auf deutliche Verbesserungen der Arbeitsbedingungen abzielen, stießen bei Arbeitgeberverbänden auf Widerstand. Der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, Alexander Möller, äußerte Verständnis für das Streikrecht, betonte jedoch die finanziellen Schwierigkeiten der Städte und Gemeinden, die diese Herausforderungen nicht stemmen könnten.

