Obama macht Ölpest zu Chefsache

01. Mai 2010, 23:36 Uhr · Quelle: dpa
Venice/Washington (dpa) - US-Präsident Barack Obama macht den Kampf gegen die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zur Chefsache und reist an diesem Sonntag in die Krisenregion. Nach Erkenntnissen von Experten verdreifachte sich die Ausdehnung des Ölteppichs binnen weniger Tage.

Satellitenbilder zeigten, dass sich die Fläche von rund 3000 Quadratkilometer auf zwischen rund 9000 und 9800 vergrößert habe, sagte der deutsche Professor für Meeresphysik an der Universität von Miami, Hans Gräber, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das entspricht in etwa der halben Fläche Hessens.

Der Chef der US-Küstenwache, Admiral Thad Allen, sagte am Samstagnachmittag (Ortszeit), dass in den nächsten 72 bis 96 Stunden voraussichtlich mit dem Eintreffen des Öls an den Küsten der Bundesstaaten Mississippi und Alabama zu rechnen sei. Alles hänge jedoch von der Wetterlage und den Windrichtungen ab. Aus Louisiana habe zunächst keine Berichte gegeben, dass an der dortigen Küste schwereres Öl angelandet sei, sagte Allan, der am Samstag zum Einsatzchef im Kampf gegen die Ölpest ernannt worden war.

Grund für die massive Vergrößerung der Fläche könne laut Gräber sein, dass mehr Öl austrete als angenommen. Denkbare Ursache sei aber auch der inzwischen stärkere und drehende Wind. «Wenn der Wind wechselt, breitet sich der Ölteppich aus», sagte der Direktor des Satellitenzentrums am Rosenstiel-Institut für Meeres- und Atmosphärenforschung der Uni in Miami (Florida).

Unterdessen wurden erste Tests unternommen, das aus dem Meeresboden sprudelnde Öl bereits an der Quelle mit Chemikalien zu binden. Allan nannte die Ergebnisse «vielversprechend». Zwar werde der Ausstoß dadurch nicht weniger, allerdings könnte durch das Verfahren weniger Rohöl an die Meeresoberfläche gelangen.

Das Weiße Haus hatte die Reise Obamas an die Golfküste angekündigt, nachdem die öffentliche Kritik am Vorgehen der Regierung im Kampf gegen das Öl immer lauter geworden war. Am Samstag hatten nach den US-Staaten Louisiana und Florida auch die Bundesstaaten Alabama und Mississippi den Notstand ausgerufen.

Die Ölpest bedroht hochempfindliche Ökosysteme an der US-Golfküste. Umweltschützer befürchten ein schlimmeres Ausmaß als das der «Exxon-Valdez»-Katastrophe. Die Havarie des Tankers 1989 vor Alaska gilt als bisher größte Umweltkatastrophe der USA.

Auslöser der Katastrophe war der Untergang der BP-Bohrinsel «Deepwater Horizon» in der vorvergangenen Woche. Seitdem tritt Rohöl in 1500 Metern Tiefe aus mehreren Lecks aus. Tausende Helfer sind im Einsatz, 300 Schiffe und Flugzeuge stehen bereit. Nach Schätzungen der US-Behörden laufen täglich etwa 700 Tonnen Öl aus. Wenn es weiter in diesen Mengen sprudelt, dauert es keine zwei Monate, bis das Ausmaß des «Exxon-Valdez»-Unglücks erreicht ist.

Unfälle / USA
01.05.2010 · 23:36 Uhr
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