Nvidia und Intel schmieden milliardenschwere Partnerschaft: Was bedeutet das für die Chipindustrie?
Eine neue Investition von Nvidia in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar in Intel hat zunächst für erhebliche Reaktionen unter den Investoren gesorgt. Einige Marktteilnehmer befürchteten eine verschärfte Konkurrenz für Arm und Advanced Micro Devices (AMD). Diese anfänglichen Sorgen haben jedoch mittlerweile nachgelassen, wenngleich die genaue Bedeutung des Deals nach wie vor diskutiert wird.
Nach Bekanntwerden der Kooperation, die auch die gemeinsame Entwicklung von KI-Chips umfasst, verloren die Aktien von Arm um 7%. AMD fiel kurzzeitig um fast 6%, erholte sich jedoch weitgehend von den Verlusten. Analysten von Wall Street signalisieren, dass die Partnerschaft weniger Auswirkungen haben könnte, als ursprünglich angenommen wurde.
Experten der Bank of America äußerten am Freitag, dass sie nur einen „begrenzten kurzfristigen Einfluss“ auf AMD und Arm sehen. Sie bekräftigten ihre Kaufempfehlungen für beide Unternehmen und wiesen auf mögliche Vorteile für Anbieter von Chipfertigungsgeräten oder Design-Software hin. Seit der Ankündigung stiegen die Aktien von Unternehmen in diesen Bereichen wie ASML, Applied Materials und Lam Research.
Bernstein-Analysten erklärten, dass der Einfluss auf AMD „weniger bemerkenswert sein könnte, als wir zunächst vermuteten“. Sie sehen eine positive Entwicklung für Hersteller von Fertigungsausrüstung wie ASML.
Eine offene Frage bleibt, ob die Partnerschaft von Intel und Nvidia möglicherweise mehr Geschäft für Intels Chipfabriken bedeuten könnte, die Halbleiter für externe Unternehmen herstellen. Der Deal beinhaltete jedoch keine Zusagen für die Nutzung dieser Foundries.
Bernstein betonte, dass Nvidias Vorgehen eine Präferenz für bestehende Fertigungspartner wie TSMC signalisieren könnte, sowie den Versuch, Sympathien der US-Regierung zu gewinnen, die nun 10% an Intel hält. Nvidia und Intel sprachen in höchsten Tönen von TSMC, was nicht verwundert, da beide sich eine schwierige Lage mit einem ihrer wichtigsten Lieferanten nicht leisten können. Selbst wenn Nvidia eine Zusammenarbeit mit Intels Fertigungsabteilung in Betracht ziehen sollte, würde die Kooperation mit TSMC wahrscheinlich fortgesetzt, ohne große Einbußen für den taiwanesischen Marktführer.
Laut Bernstein ist Nvidia bereits in Gesprächen mit Intel über deren Foundry-Möglichkeiten, so wie vermutlich viele andere Unternehmen. Jeder möchte Intel als alternative Bezugsquelle erschließen.

