NVIDIA könnte die RTX 50 SUPER-Serie streichen – wegen dramatischer GDDR7-Knappheit
Die Gerüchte rund um NVIDIAs nächste GPU-Welle werden zunehmend unruhig. Laut einem neuen Bericht aus Taiwan könnte NVIDIA gezwungen sein, die geplante GeForce RTX 50 SUPER-Serie komplett zu streichen. Verantwortlich dafür ist offenbar eine massive und anhaltende Knappheit bei GDDR7-Speicherchips – einer zentralen Komponente der kommenden GPU-Generation.
Die Informationen stammen vom taiwanischen Magazin UNIKO’s Hardware, das sich auf Zulieferer und Produktionsketten spezialisiert hat. Demnach ist aktuell vor allem der 3-GB-GDDR7-Modultyp knapp, der für leistungsstarke Gaming-GPUs und High-End-Grafikkarten notwendig ist. Ohne diese Chips können weder RTX 5070 SUPER noch RTX 5080 SUPER in den Stückzahlen hergestellt werden, die ein globaler Markt benötigen würde. Deswegen könnte man es bleiben lassen.
NVIDIA priorisiert offenbar andere Produktlinien
Die mögliche Entscheidung, die SUPER-Modelle zu streichen oder zu verschieben, hängt laut Bericht auch mit einer strategischen Priorisierung zusammen. NVIDIA könnte die knappen GDDR7-Bestände in Bereichen einsetzen, die mehr Gewinn abwerfen. Dazu gehören mobile GPUs für High-End-Laptops und vor allem die professionelle „Blackwell RTX PRO 6000“-Reihe, die im Bereich 3D-Rendering, KI-Entwicklung und Rechenzentren eingesetzt wird.
Der Grund liegt auf der Hand: Während Gaming-Grafikkarten hohe Stückzahlen zu moderaten Margen absetzen, erzielen Workstation- und Data-Center-Produkte deutlich höhere Gewinne pro Einheit. Für NVIDIA wäre es wirtschaftlich sinnvoller, die knappen Speicherchips dort einzusetzen, wo sie den größten Profit erzielen.

Eine GeForce RTX 5090 kostet aktuell fast 3.000 Euro (z.B. von ASUS, 2.899 Euro im aktuellen Preis-Check). – Bild: Nvidia
Speicherpreise steigen (und nicht nur bei Grafikkarten)
Hinzu kommt, dass die Preise für nahezu alle Speicherarten derzeit stark steigen. Händler aus Hongkong berichten bereits, dass die gesamte RTX-50-Generation teurer werden könnte, selbst ohne neue SUPER-Modelle. Auch Komponenten wie RAM, SSDs und sogar klassische HDDs sind betroffen. Die Preisentwicklung deutet darauf hin, dass sich der PC-Hardware-Markt 2025 und 2026 in einer Phase steigender Kosten befinden könnte.
Die Ursache dafür liegt nicht allein im Gaming- oder PC-Markt. Der boomende KI-Sektor benötigt enorme Mengen an Speicherchips, insbesondere HBM- und RDIMM-Module für Serverfarmen. Da die Produktionskapazitäten begrenzt sind, verlagern Speicherhersteller ihre Fertigung dorthin, wo die höchsten Margen winken, sprich: Enterprise und KI.
Ausblick: Knappheit bis mindestens 2026 erwartet
Wenn sich der Bericht bewahrheitet, wird sich der GDDR7-Mangel nicht kurzfristig lösen. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Engpässe bis weit in das Jahr 2026 hinein anhalten könnten. Das würde bedeuten, dass nicht nur NVIDIA, sondern auch Konkurrenten wie AMD und Intel Schwierigkeiten haben könnten, nächste GPU-Generationen in ausreichender Menge zu produzieren.
Für PC-Spieler und Hardware-Enthusiasten bleibt die Lage damit ungewiss. Ob die SUPER-Modelle ganz gestrichen, verzögert oder in kleiner Stückzahl erscheinen, könnte NVIDIA erst nach Abschluss der internen Produktionsplanung öffentlich machen. Sicher ist jedoch: Die GPU-Landschaft wird nicht nur durch Performance geprägt, sondern zunehmend durch globale Lieferketten. Für die nächsten Spielekonsolen von Microsoft und Sony (PlayStation 6) dürfte diese Aussicht auch nicht sonderlich förderlich werden. Die Einstiegspreise könnten massiv steigen.


