Nvidia: Höhenflug mit leichten Turbulenzen
Der jüngste Quartalsbericht von Nvidia schaffte es nicht, ein neues Rekordhoch der Aktie zu erreichen. Nachdem Investoren erfreut in den Handel gestartet waren, entschieden sie sich knapp unter der bisherigen Bestmarke von 184,48 Dollar zur Gewinnmitnahme. Diese frühe Entscheidung drückte die Aktie vorübergehend um fast drei Prozent ins Minus, bevor sie den Handelstag mit einem moderaten Verlust von 0,8 Prozent beendete.
Trotz des schwächelnden China-Geschäfts wächst Nvidia weiterhin beeindruckend schnell. Ein Ausblick, der nicht alle Erwartungen der inzwischen anspruchsvollen Anleger erfüllte, wurde durch die leise Hoffnung auf eine mögliche Wende im China-Geschäft kompensiert. Medienberichten zufolge verhandelt der Technologieriese mit der US-Regierung über den Verkauf ihrer Hochleistungschips der Serie "Blackwell" nach China und die Möglichkeit, den Staat an den Erlösen zu beteiligen.
Vor wenigen Wochen hatte Nvidia ein beeindruckendes Rekordhoch erreicht, welches sich nun als schwer überwindbare Barriere erweist. Dennoch dürfte das moderate Kursminus der Aktie für Investoren verkraftbar sein, da sich deren Wert seit dem ersten Zollschock im April mehr als verdoppelte. Der erlangte Status als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen bleibt weiterhin unantastbar.
Die Spannung hinsichtlich Nvidias Rolle im Megatrend der Künstlichen Intelligenz bleibt hoch. Der Konzern möchte angesichts des KI-Booms gern umfangreiche Geschäfte in China tätigen. Aufgrund von US-Exportbeschränkungen und Gegenwind aus Peking verkauft Nvidia dort derzeit nichts. Ungeachtet dessen stieg der Quartalsumsatz im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 56 Prozent auf fast 47 Milliarden Dollar.
Laut Harlan Sur von JPMorgan bleibt Nvidia der Spitzenreiter in Investitionen im Feld der Künstlichen Intelligenz. Diverse Experten erhöhten ihre Kursziele, wobei die Bank of America mit einem Zielwert von 235 US-Dollar besonders optimistisch erscheint.

