Nordsee trotzt Hitzerekorden: Ein Sommer der Extreme
Die Nordsee erlebt in den Sommermonaten eine beispiellose Hitzeentwicklung. Nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg überschritten die Oberflächentemperaturen in weiten Teilen der westlichen und südwestlichen Nordsee, bis hin zum Ärmelkanal, das langjährige Mittel um ungewöhnliche 2 Grad und mehr. Auch in der Deutschen Bucht und der östlichen Nordsee, insbesondere in den Gebieten vor Dänemark und Norwegen, wurden temperaturbedingte Abweichungen von bis zu 1,3 Grad verzeichnet.
Mit einer durchschnittlichen Wassertemperatur von rund 15,7 Grad war der Sommer 2025 für die Nordsee nach derzeitigem Stand der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1969. Diese vorläufigen Ergebnisse ordnet der Leiter des Referats Marine Klimafragen beim BSH als alarmierendes Signal für den anhaltenden Klimawandel ein und reiht den Sommer 2025 in die Liste der drei heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen ein.
Parallel dazu registrierte die südwestliche Ostsee, einschließlich der deutschen Gewässer, ähnlich beunruhigende Temperaturanstiege. Im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1997 bis 2021 lagen die Temperaturen hier um bis zu 1,5 Grad höher, während der äußerste Norden die Vergleichswerte sogar um mehr als 2 Grad überschritt. Eine Durchschnittstemperatur von etwa 16,7 Grad deutet auf eine nachhaltige Erderwärmung hin, wie BSH-Meereskundlerin Kerstin Jochumsen hervorhebt: Die Ostsee erwärmt sich mittlerweile schneller als die Nordsee, was seit 1990 einen Temperaturanstieg von fast 2 Grad mit sich brachte.
Ein weiteres Phänomen ist die Zunahme von marinen Hitzewellen, die kontinuierlich in Häufigkeit und Dauer zulegen. So meldete die BSH-Messstation „Leuchtturm Kiel“ im Frühjahr 2025 55 Tage lang die längste marine Hitzewelle seit Aufzeichnungsbeginn 1989. Daten dieser Station verdeutlichen die stetig wachsende Zahl und Intensität von Hitzewellen, ein Trend, der die Bedeutung von Klimaschutzmaßnahmen besonders hervorhebt.

