Nippon Steel übernimmt US Steel: Eine Fusion im Zeichen internationaler Stahlallianzen
Der japanische Stahlgigant Nippon Steel hat den Konkurrenten US Steel übernommen, was in der Branche ein kräftiges Rauschen erzeugt. Offiziell wird die Transaktion als "Partnerschaft" umschrieben, doch die Fusion wurde gemäß der vereinbarten Konditionen abgeschlossen. Diese inkludieren einen Kaufpreis von 55 Dollar je Aktie. Trotz der bereits im Dezember 2023 angekündigten Einigung erwies sich der letztendliche Abschluss als kniffliges Unterfangen.
Einen Kurswechsel brachte der Regierungswechsel in den USA. Alt-Präsident Joe Biden blockierte den Deal noch kurz vor Ende seiner Amtszeit, während Nachfolger Donald Trump zunächst ebenfalls kritisch eingestellt war. Jedoch schwenkte Trump um, nachdem Nippon Steel umfangreiche Investitionen in den USA in Höhe von elf Milliarden Dollar versprach und der amerikanischen Regierung eine sogenannte "Goldene Aktie" überließ. Diese verleiht der US-Regierung besonderes Mitspracherecht, etwa in Bezug auf Standortverlagerungen und Betriebsveränderungen.
Neben dieser strategischen Regierungsbeteiligung wurde vereinbart, dass die US-Regierung einen Platz im Aufsichtsrat erhält. Gegenwind kommt von der Stahlarbeiter-Gewerkschaft, die der Übernahme kritisch gegenübersteht und Nippon Steel Wettbewerbsverzerrung vorwirft. US Steel bleibt ein bedeutender Marktakteur, besonders für die Automobil- und Bauindustrie.

