Nike: Sportartikel-Riese unter Druck durch US-Importzölle
Die von US-Präsident Donald Trump auferlegten Importzölle auf Waren aus Übersee setzen dem US-amerikanischen Sportartikel-Hersteller Nike stärker zu als zunächst angenommen. Der namhafte Adidas-Rivale prognostiziert nun eine finanzielle Belastung in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar für das laufende Geschäftsjahr. Noch vor einem Quartal rechnete Nike lediglich mit Mehrkosten von einer Milliarde Dollar.
Der Umstand, dass viele ihrer Produkte in asiatischen Ländern gefertigt werden, konfrontiert amerikanische Unternehmen wie Nike mit erheblichen Herausforderungen. Besonders die Sportartikelbranche ist hiervon betroffen. Derzeit bleibt unklar, in welchem Maße die Hersteller und Händler in der Lage sind, die gestiegenen Kosten an die Verbraucher in den USA weiterzugeben.
Zudem befindet sich Nike inmitten einer unternehmenseigenen Krise, da in der Vergangenheit vor allem der Direktvertrieb auf Kosten des Einzelhandels forcierte wurde. Dies ermöglichte es anderen Marken, wichtige Regalplätze in US-Geschäften zu sichern, was sich negativ auf die Verkaufszahlen auswirkte. Ein weiterer Punkt der Kritik ist die verstärkte Ausrichtung auf Lifestyle-Produkte, was zu einer Vernachlässigung klassischer Sportmodelle führte.
Das Unternehmen hat jedoch Schritte zur Umkehr unternommen. Mit der Rückkehr des früheren Top-Managers Elliott Hill aus dem Ruhestand, soll der Kurs wieder neu gesetzt werden. Hill hebt bei der Präsentation der aktuellen Quartalszahlen hervor, dass die Erneuerung der Laufschuh-Modelle Vomero, Structure und Pegasus die Verkäufe in dieser Kategorie um über 20 Prozent gesteigert hat.
Im jüngst abgeschlossenen ersten Quartal des Geschäftsjahres, das im August endete, erhöhte sich der Umsatz von Nike im Jahresvergleich um ein Prozent auf 11,7 Milliarden Dollar – ein Ergebnis, das die Erwartungen von Analysten übertraf, die bei elf Milliarden Dollar lagen. Trotz eines Rückgangs des Quartalsgewinns um 31 Prozent auf 727 Millionen Dollar, zeigte die Nike-Aktie nachbörslich einen Zuwachs von etwa vier Prozent.

