Niedersachsen setzt sich für VW-Standorte ein: Regierung betont Bedeutung der Automobilindustrie
Angesichts der Sparmaßnahmen bei Volkswagen stellt sich die niedersächsische Landesregierung entschlossen hinter die sechs Standorte des Automobilherstellers im Bundesland. Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) betonte in einem Interview mit der "Braunschweiger Zeitung", dass das Ziel darin bestehe, die Standorte nicht nur zu bewahren, sondern auch weiterzuentwickeln. Er unterstrich die Bedeutung einer nachhaltigen Beschäftigung sowohl bei Volkswagen selbst als auch in der Zulieferindustrie und betonte, dass die Automobilindustrie das Herzstück der niedersächsischen Wirtschaft bleiben müsse.
Ministerpräsident Stephan Weil erklärte vor Journalisten in Hannover, dass Niedersachsen sich aktiv in die bevorstehenden Gespräche einbringen werde, um den Wirtschaftsstandort zu stärken. Laut Weil dürfe die Diskussion nicht nur auf die Frage von Standortschließungen beschränkt werden; solche Maßnahmen sollten ohnehin nur als letzter Ausweg in Betracht gezogen werden. Die Bedeutung von Volkswagen für Niedersachsen wird durch die Tatsache unterstrichen, dass mehr als 100.000 Menschen im Bundesland direkt für den Konzern arbeiten.
Weil, der im VW-Aufsichtsrat sitzt, und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg (Grüne) sind sich der Bedeutung der Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen bewusst. Der Regierungschef wies darauf hin, dass ein erfolgreiches Unternehmen auch ein relevanter Faktor in den Regionen bleiben müsse. Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte im VW-Konzern und unterhält Werke in Wolfsburg, Hannover, Emden, Osnabrück, Salzgitter und Braunschweig.
Der Niedersächsische Städtetag warnt vor den weitreichenden Konsequenzen im Falle von Werkschließungen, nicht nur für die Städte der betroffenen Werke, sondern für das ganze Bundesland. Frank Klingebiel (CDU), Oberbürgermeister von Salzgitter und Präsident des Städtetages, äußerte ernsthafte Sorgen um die Zukunft der Volkswagenwerke und deren Mitarbeiter.
Wirtschaftsminister Lies unterstreicht die wirtschaftliche und innovative Bedeutung von Volkswagen für Niedersachsen und Deutschland. Trotz der aktuellen Herausforderungen hält er den Kurs des Unternehmens hin zu Elektroautos für richtig. Lies unterstützt die Überlegungen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), den Kauf von E-Autos durch neue staatliche Impulse zu fördern, insbesondere da die Neuzulassungen nach dem Ende der staatlichen Förderung eingebrochen sind.
Am Montag hatte Volkswagen angekündigt, dass Werkschließungen in Deutschland und betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausgeschlossen werden könnten, ohne dabei spezifische Details zu den Sparplänen bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg zu nennen.

