Neues Joint Venture: Rheinmetall errichtet Munitionsfabrik in Lettland
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat in Zusammenarbeit mit dem baltischen Staat Lettland Pläne zur Errichtung einer gemeinschaftlichen Munitionsfabrik vorgestellt. Diese wird durch ein Joint Venture realisiert, das zu 51 Prozent von Rheinmetall und zu 49 Prozent von der lettischen State Defence Corporation betrieben werden wird. Die Absichtserklärung wurde kürzlich zwischen der lettischen Premierministerin Evika Silina und Rheinmetall-Chef Armin Pappberger in Hamburg unterzeichnet. Geplant ist die Produktion von Artilleriemunition des Kalibers 155 Millimeter, um sowohl die lettische Armee als auch ihre internationalen Partner mit Munition zu versorgen.
Mit einem Investitionsvolumen von rund 275 Millionen Euro soll im kommenden Frühjahr mit dem Bau der Fabrik begonnen werden, um etwa ein Jahr später die Produktion aufnehmen zu können. Die Produktionskapazität wird dabei mit 60.000 bis 80.000 Geschossen jährlich angegeben. Zudem sollen 150 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Diese Anlage wird in ihrer Konzeption und Größe der bereits in Bau befindlichen Fabrik im Nachbarland Litauen ähneln.
Premierministerin Silina betont die strategische Bedeutung dieser Partnerschaft für die nationale Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung Lettlands. Sie sieht die Kooperation mit Rheinmetall als Beitrag zur europäischen Versorgungssicherheit und Stärkung der Industriekapazitäten. Rheinmetall selbst verfolgt mit derzeit 13 parallel in Europa errichteten Fabriken eine Strategie, die das unternehmenseigene Risikomanagement verbessern und allen beteiligten Ländern einen Vorteil verschaffen soll. Für Osteuropa und das Baltikum ist der Aufbau eigener Verteidigungskapazitäten ein entscheidender Aspekt.

