Neuer Trend am Arbeitsmarkt: Mehrheit der Deutschen möchte Arbeitszeit reduzieren
Eine jüngst durchgeführte Umfrage im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing enthüllt eine bemerkenswerte Verschiebung in der Arbeitsmoral der Deutschen: Eine Mehrheit der ArbeitnehmerInnen sieht Mehrarbeit als nicht notwendig an und zieht eine Verkürzung der Arbeitszeiten vor. Von den 2.000 befragten Angestellten in Deutschland äußerten rund zwei Drittel den Wunsch, weniger zu arbeiten, ohne dadurch den wirtschaftlichen Wohlstand bedroht zu sehen. Dieses Ergebnis steht in einem Spannungsverhältnis zu den Forderungen von Politik und Wirtschaft, die in Anbetracht des Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklungen auf eine Verlängerung der Arbeitszeiten drängen.
Die Diskussion wird durch prominente Stimmen wie die von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) befeuert, die mehr Engagement von der Arbeitnehmerschaft fordert. Die Beweggründe für die Ablehnung von Mehrarbeit liegen laut Umfrage vor allem im Bedürfnis nach einer besseren Balance zwischen Berufs- und Privatleben. Stress, mangelnde Zeit für persönliche Interessen und familiäre Verpflichtungen wurden häufig genannt.
Besonders ausgeprägt ist der Wunsch nach reduzierten Arbeitszeiten bei den 25- bis 34-Jährigen, von denen 74 Prozent weniger arbeiten möchten. Doch was könnte ArbeitnehmerInnen zu mehr Stunden motivieren? Die Umfrage zeigt, dass monetäre Anreize wie Bonuszahlungen und ein deutlich höheres Gehalt effektive Motivationsfaktoren darstellen können. Auch zusätzliche Urlaubstage und steuerliche Vorteile wurden als Beweggründe für eine mögliche Mehrarbeit genannt.

