Neuer Schwung im alten Gleisbett: Deutsche Bahn kämpft um Pünktlichkeit
Die Deutsche Bahn sieht sich im Jahr 2025 erneut der Herausforderung gegenüber, ihre selbstgesteckten Pünktlichkeitsziele zu erreichen. Im ersten Halbjahr konnten lediglich 63,4 Prozent der Fernverkehrszüge ihre Halte pünktlich erreichen, wie das Unternehmen bekannt gab. Dabei definiert die Bahn 'pünktlich' als das Erreichen eines Halts mit weniger als sechs Minuten Verspätung.
Trotz eines leichten Anstiegs im Vergleich zum Vorjahr, als die Quote noch bei 62,7 Prozent lag, bleibt das angestrebte Ziel von 65 bis 70 Prozent in weiter Ferne. Verantwortlich für die Verspätungen ist in erster Linie das in die Jahre gekommene Schienennetz, das derzeit einer dringend notwendigen Erneuerung unterzogen wird.
Umfangreiche Baustellen und deren Abstimmung mit dem Fahrplan erweisen sich als zusätzliche Herausforderung. Ab diesem Freitag wird beispielsweise die Strecke zwischen Hamburg und Berlin für neun Monate komplett gesperrt und modernisiert. Diese Großmaßnahmen sollen in Zukunft dazu beitragen, die Pünktlichkeit zu verbessern und den Bahnverkehr flüssiger zu gestalten.
Die Einführung sogenannter Generalsanierungen soll bis 2036 insgesamt über 40 Strecken auf Vordermann bringen. Auch wenn noch ungewiss ist, wann diese Maßnahmen spürbaren Erfolg zeigen, ist geplant, bis 2026 vier weitere Strecken umfassend zu erneuern.
Zusätzlich legt die Bahn neben der betrieblichen Pünktlichkeitsquote auch Wert auf die Reisendenpünktlichkeit, die im ersten Halbjahr bei 68,7 Prozent lag. Dies bedeutet, dass ein Großteil der Fahrgäste ihre Ziele mit weniger als 15 Minuten Verspätung erreichte.

