Neuer Schub für Honig-Kennzeichnung: Transparenz-Offensive startet in Deutschland
Der beliebte Brotaufstrich Honig wird schon bald nicht nur durch seine Konsistenzvarianten wie "zart-fließend" oder "cremig-streichzart" glänzen, sondern auch durch klare Angaben zur Herkunft. Bisher blieb es für die Verbraucher beim ungenauen Etikettenschwindel mit Formulierungen wie "Mischung aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern". Doch eine neue EU-Richtlinie wird diesem Manko abhelfen: Ab 2026 müssen präzise Ursprungsangaben gemacht werden, die die Herkunftsländer nach ihrem Gewichtsanteil auflisten. Das Bundesernährungsministerium hat bereits den Startschuss für die nationale Umsetzung gegeben.
Verbraucherschützer wie Foodwatch bejubeln diesen Schritt als längst überfällig, während Minister Alois Rainer von der CSU gegenüber der Deutschen Presse-Agentur die Vorteile hervorhebt: "Eine eindeutige Ursprungsangabe bringt die Transparenz, die sowohl für den Wettbewerb als auch für Verbraucherinnen und Verbraucher von Vorteil ist." Schließlich bietet es Konsumenten die Möglichkeit, bewusster zwischen heimischen und importierten Produkten zu entscheiden. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, dass die neue Regelung nicht nur umfangreichere geografische Angaben erfordert, sondern auch den Gewichtsanteil der jeweiligen Herkunftsländer.
Für Mischungen wird dies zur Pflicht, während ein einzelnes Ursprungsland weiterhin ohne Prozentangabe auskommt. Diese Änderungen, die in deutsches Recht bis spätestens Dezember 2024 überführt werden müssen, treten am 14. Juni 2026 in Kraft und bieten dank einer 24-monatigen Übergangsfrist Raum für die Anpassung der Honigindustrie. Foodwatch-Geschäftsführer Chris Methmann betont die Notwendigkeit dieser Transparenz für die Konsumenten, besonders im Hinblick auf potenzielle Missbrauchsfälle wie das Strecken von Honig mit Zuckersirup.
Deutschland, ein Land, das den Großteil seines Honigbedarfs importiert – etwa aus der Ukraine, Argentinien und Mexiko –, dürfte von dieser Änderung profitieren, auch wenn das Mischen von Honigen aus verschiedenen Ländern, laut Branchenvertretern, unerlässlich für ein konstant hochwertiges Produkt bleibt.

