Neuer NDR-Intendant setzt klare Zeichen: Mehr Vielfalt und Debattenkultur gefordert
Der kürzlich eingesetzte Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Hendrik Lünenborg, hat angesichts der Kontroversen um den Fall Julia Ruhs wichtige Reformen angekündigt. In einer Sitzung des Rundfunkrats räumte Lünenborg ein, dass Fehler im Umgang mit Ruhs’ Moderation der Sendung 'Klar' das Vertrauen in den NDR erheblich beeinträchtigt hätten.
Er betonte die Notwendigkeit, aus diesen Fehlern zu lernen. Um die Arbeitsatmosphäre zu verbessern, plant Lünenborg, die internen Diskussionsprozesse zu optimieren. Er hat die Organisationsentwicklung des NDR gebeten, einen Prozess zur nachhaltigen Verbesserung der Debattenkultur einzuleiten.
Lünenborg unterstrich, dass interne Streitpunkte gepflegt werden müssen, um im Programm Fortschritte zu erzielen. Zentral für Lünenborg ist die Darstellung vielfältiger Perspektiven im NDR-Programm. Er hat einen Prozess gestartet, um diese Vielfalt in den kommenden Jahren zu erweitern. Dies soll zur Förderung eines ausgewogenen und kritischen Journalismus beitragen, der sich nicht auf ein politisches Spektrum reduzieren lässt.
Über 200 Zuschriften haben den Rundfunkrat zur umstrittenen Sendung 'Klar' erreicht. Diese forderten teilweise eine stärkere Aufsicht und Überwachung der Sendung. Die intern kritisch geäußerten Meinungen führten zu einer hitzigen Debatte, die sogar Drohungen und Verleumdungen nach sich zog.
Der Rundfunkrat, bestehend aus ehrenamtlichen Vertretern der Gesellschaft, überwacht die Programmarbeit des NDR. Die Umstrukturierungen innerhalb der Moderation betreffen auch das Format 'Klar'. Julia Ruhs wird zukünftig nicht mehr für den NDR, sondern für den Bayerischen Rundfunk tätig sein. Die vakante Moderationsposition übernimmt Tanit Koch, die ehemalige Chefredakteurin von 'Bild' und der RTL-Zentralredaktion, die auch redaktionell mitwirken wird.

