Neue Zurückhaltung an den US-Märkten: Gewinnmitnahmen und vorsichtige Prognosen prägen den Handel
Die Wall Street setzte am Mittwoch ihren Abwärtstrend fort, nachdem die Eröffnung der Handelswoche gemischte Gefühle unter den Anlegern hinterlassen hatte. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Minus von 0,37 Prozent bei 46.120,06 Punkten, während der S&P 500 um 0,41 Prozent auf 6.629,30 Punkte fiel. Technologieaktien folgten diesem Trend, und so verlor der Nasdaq 100 0,47 Prozent und schloss bei 24.465,00 Punkten.
In den vorangegangenen Tagen hatten Investoren ihre Gewinne realisiert und sich nach den bisherigen Rekorden am Markt zurückgezogen. Die jüngsten Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell belasteten die Stimmung weiter. Powell warnte vor den Risiken, die zwischen Inflationsgefahren und einem schwächer werdenden Arbeitsmarkt lauern, und betonte die „recht hohen Bewertungen“ der aktuellen Aktienkurse. Diese Mahnungen sorgten für zusätzliche Zurückhaltung, wie Marktstratege Jürgen Molnar von der Brokerfirma RoboMarkets beobachtete.
Eine weitere Unsicherheit wird durch die drohende Haushaltsblockade in den USA verursacht. Zwar ist die Euphorie an der Wall Street abgeflaut, doch gibt es auch optimistische Stimmen, die eine Fortsetzung der Kursrally nicht ausschließen.
Einzelwerte traten besonders in den Vordergrund: Die Aktie von Micron Technology verlor 3,6 Prozent, obwohl der Chiphersteller einen optimistischen Ausblick auf das Quartal gab. Die Anleger nutzten die Gelegenheit, um nach der jüngsten Rallye Gewinne mitzunehmen. Auch Oracle stand mit einem Rückgang von 3,4 Prozent im Fokus, da das Unternehmen Anleihen von 15 Milliarden Dollar plant, um Investitionen in Künstliche Intelligenz zu finanzieren.
Ein herber Schlag traf Freeport-McMoRan. Die Aktien des Bergbaukonzerns brachen um 16,5 Prozent ein, nachdem die Produktion in der indonesischen Grasberg-Mine aufgrund eines Vorfalls eingestellt wurde. Zudem musste das Unternehmen seine Absatzprognose für das dritte Quartal nach unten korrigieren.
Im Gegensatz dazu konnte Alibaba mit einem Plus von 8,3 Prozent seine Anteile steigern, bedingt durch Ankündigungen höherer Investitionen in KI. Adobe hingegen verzeichnete einen Kursrückgang von 3 Prozent, nachdem Morgan Stanley die Aktien auf „Equal-Weight“ herabgestuft hatte. Positiv entwickelte sich General Motors, wo eine Kaufempfehlung der UBS den Kurs um 1,8 Prozent ansteigen ließ.

